Bundeswehrreform in Bayern: 20.000 Posten fallen weg

Die Übersicht: Viele Regionen müssen sich von ihren Kasernen verabschieden

Die Ein­schnitte für die Bun­des­wehr­stand­orte im Frei­staat sind mas­siv: Es wird hef­tig gestri­chen, allein in Roth fal­len über 2 200 Stel­len weg!

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Jetzt ist bekannt, was auf die Bun­des­wehr­stand­orte in Bay­ern zukommt: Wel­che trifft die Reform von der Pflicht– zur Freiwilligenarmee?

Gene­rell wird Bay­ern von der Bun­des­wehr­re­form mas­siv getrof­fen: Fast 20 000 der 50 700 Dienst­pos­ten sol­len weg­fal­len. Laut verdi ver­liert Bay­ern ins­ge­samt 37 Pro­zent aller Dienst­pos­ten, davon 5000 zivile Arbeits­plätze.

Drei Stand­orte — Fürs­ten­feld­bruck, Pen­zing und Kauf­beu­ren –wer­den kom­plett geschlos­sen, in Kemp­ten blei­ben nur sechs Stel­len übrig. Am Luftwaffen-​​Standort Fürs­ten­feld­bruck gibt es der­zeit noch 1240 Stel­len für Sol­da­ten und Zivil­be­schäf­tigte, in Pen­zing 2350 und in Kauf­beu­ren 880. Fürs­ten­feld­bruck ver­liert eine jähr­li­che Kauf­kraft von 35 Mil­lio­nen Euro. Der Flie­ger­horst in Pen­zing soll vor­aus­sicht­lich noch bis 2020 in Betrieb bleiben.

Andere Stand­orte wer­den mas­siv zusam­men­ge­stri­chen, etwa Donau­wörth, Erding und Roth. Der Stand­ort Donau­wörth wird von 1150 auf 130 Stel­len zusam­men­ge­stri­chen, Erding von 1190 auf 220 und Roth von 2820 auf 540.

Nach Ansicht des Kaser­nen­kom­man­dan­ten trifft die Bun­des­wehr­re­form den Stand­ort Roth weni­ger hart als die offi­zi­el­len Zah­len glau­ben machen. Der Grund: Zwar wer­den die 2820 beste­hen­den Stel­len nach den Plä­nen des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums auf 540 zusam­men­ge­stri­chen. Doch zugleich wird die Offi­ziers­schule der Luft­waffe von Fürs­ten­feld­bruck nach Roth verlegt.

In Kemp­ten sind es heute noch 870 Dienst­pos­ten. Hier wird auf unter 15 Dienst­pos­ten redu­ziert — neben Bam­berg, Deg­gen­dorf, Regens­burg,Traun­stein und Würz­burg. Diese wer­den nach Anga­ben des Ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­ri­ums künf­tig nicht mehr als Stand­ort bezeich­net. In Kemp­ten wird nach der Ver­klei­ne­rung und Schlie­ßung meh­re­rer Bun­des­wehr­stand­orte einen Aus­gleich für die Region gefor­dert. Unsere Region hat es mas­siv getrof­fen, sagte Bür­ger­meis­ter Ulrich Net­zer (CSU) am Mittwoch.

In Unter­fran­ken wird dem Bun­des­ver­tei­di­gungs­mi­nis­te­rium zufolge kei­ner der vier Bun­des­wehr­stand­orte geschlos­sen. Den­noch müs­sen die Stand­orte Veits­höch­heim, Wild­fle­cken, Ham­mel­burg und Volkach im Zuge der Reform enorme Ein­schnitte hin­neh­men. Aus dem Bundeswehr-​​Standort-​​Konzept geht her­vor, dass von bis­her fast 6200 Dienst­pos­ten in Unter­fran­ken etwa 2500 gestri­chen bezie­hungs­weise ver­la­gert wer­den. Am här­tes­ten trifft es dabei Ham­mel­burg, der Stand­ort wird um fast 1000 Sol­da­ten auf 1300 Dienst­pos­ten ver­klei­nert. Die­ser dras­ti­sche Abbau wird die Stadt sehr schwä­chen, sagte Bür­ger­meis­ter Ernst Stross nach der Entscheidung.

(red/​dpa)

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