Falschmeldung: “Der Mann im weißen Kleinbus”

Tausende Eltern sind besorgt - doch die Polizei kann die Warnungen nicht bestätigen

In gro­ßen Tei­len Bay­erns hat sich über­wie­gend über Face­book eine War­nung ver­brei­tet, die schein­bar nur einen Zweck hat: Eine unsin­nige Panik auszulösen.

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So sieht also “Stille Post” in Zei­ten des Inter­nets aus: Seit Wochen kur­sie­ren vor allem im sozia­len Netz­werk Face­book Mel­dun­gen, wonach unter ande­rem in Mit­tel­fran­ken der Fah­rer eines wei­ßen Klein­bus­ses an Hal­te­stel­len Kin­der anspricht und sie in sein Fahr­zeug locken will. Die Mel­dung gibt es in ver­schie­dens­ten Ver­sio­nen — und immer wird auf den Pinn­wän­den der Facebook-​​Nutzer dar­auf hin­ge­wie­sen, die Mel­dung wei­ter­zu­ver­brei­ten, um Eltern zu war­nen. Genau so funk­tio­niert auch ein Ket­ten­brief. Und genauso falsch wie die meis­ten Ket­ten­briefe, ist auch diese Mel­dung! Die Poli­zei kann kei­nes der Gerüchte bestä­ti­gen.

Diese Ket­ten­briefe im Inter­net wer­den “Hoax“genannt, nach dem eng­li­schen Wort für “Scherz”. Erken­nen kön­nen Sie einen Hoax meist daran, dass immer äußerst effekt­hei­schend vor einer aku­ten Gefahr gewarnt wird, seien es Computer-​​Viren oder eben ver­meint­li­che Ver­bre­chen. Ver­bun­den ist die Mel­dung meist mit der drin­gen­den Bitte, das Pos­ting so schnell wie mög­lich zu tei­len und damit wei­ter zu verbreiten.

Die Gefahr des Hoax: Abge­se­hen von der unnö­ti­gen Panik­ma­che, häu­fen sich dank der bro­deln­den Gerüch­te­kü­che auch die besorg­ten Mel­dun­gen bei der Poli­zei. Die muss den Vor­wür­fen natür­lich nach­ge­hen, doch stellt sich dann bald her­aus, dass die “Infor­ma­tio­nen” meist nur über “Hören­und­sa­gen” zustande gekom­men sind.
Schluss­end­lich kön­nen die Falsch­mel­dun­gen ver­meint­lich immer prä­zi­ser wer­den. Unbe­schol­tene Bür­ger sehen sich aus hei­te­rem Him­mel im Ver­dacht, etwa weil sie einen wei­ßen Klein­bus fahren.

Übri­gens: Der Hoax über den Fah­rer des wei­ßen Klein­bus­ses hatte zum Teil mit einem Opa ange­fan­gen. Der wollte seine Enke­lin von der Schule abho­len und fand sie nicht. Des­we­gen erkun­digte er sich bei ande­ren Kin­dern. Die Poli­zei konnte die Mel­dung besorg­ter Eltern dazu schnell zu den Akten legen, der “Hoax” aller­dings ließ sich nicht mehr stoppen.

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