Was denkt dieser Mann sich bloß? Wenn Sie sich das schon länger fragen, spätestens seit dem Rücktritt von Karl Theodor zu Guttenberg Anfang März, dann gibt es jetzt jede Menge Antworten für Sie. Alle zusammengefasst im neuen Buch “Vorerst gescheitert”. Darin lässt sich der Freiheer vom Chefredakteur der “Zeit”, Giovanni di Lorenzo, interviewen. Und darin bekommt nicht nur die CSU einiges um die Ohren gehauen (“keine Volkspartei”), auch die Uni Bayreuth kommt alles andere als gut weg.
Denn KTG bestreitet nach wie vor, in seiner Doktorarbeit vorsätzlich getäuscht zu haben. In ihrer Prüfung um die unzähligen Plagiate in der Arbeit sei die Uni von Anfang an parteiisch gewesen. Von einer Kommission, “die noch nicht einmal mehrheitlich mit Juristen besetzt gewesen ist”, ließe er sich keine Täuschung vorwerfen. Auch der Vorwurf, er sei ein Blender sei “ein Attribut, das meinem bisherigen Leben nicht gerecht wird.” Außerdem ist zu lesen, dass Guttenberg seinen Posten als Verteidigungsminister vor Bundestagswahl 2013 sowieso räumen wollte, “um sich nicht zu sehr vom Politikbetrieb vereinnahmen zu lassen”.
Am 28. Januar 2012 will Guttenberg übrigens wieder in Deutschland auftreten — wenn er den “Orden wider den tierischen Ernst” des Aachener Karnevalvereins an Ottfried Fischer weiterreicht.




