Die Serie der Neonazi-Morde erschüttert Deutschland. Und die Spur führt immer deutlicher auch nach Bayern, genauer gesagt nach Franken. Hier gab es das erste Opfer des Rechtsradikalen-Trios aus Jena. Der Blumenhändler Enva S. wurde am 09.09.2000 in Nürnberg erschossen. Er blieb nicht das letzte Opfer aus Nürnberg, es folgten zwei weitere.
- Symbolische Orte: Nürnberg ist jene Stadt, in der im Dritten Reich auch Reichsparteitage abgehalten wurden. Nicht nur der erste, auch die anderen zwei Tatorte der “Nazi-Mordserie” liegen an historischen Orten der Alt-Nazis (ehemaliges SA-Lager, SS-Kaserne und Reichparteitagsgelände).
- Nachrichtenweg: Eine der Bekenner-DVDs wurde bei den Nürnberger Nachrichten abgegeben — einen Tag nach dem Selbstmord von Uwe B. und Uwe M.
- Wichtiger Name: Franken ist die Heimat des fanatischen Nazis Gerhard Ittner. Er tauchte im Frühjahr 2005 ab, wurde unter anderem wegen Volksverhetzung zu 33 Monaten Gefängnis verurteilt. Sein Name tauchte aber immer wieder in der Szene auf. Ittner pflegte enge Verbindungen zu Thüringer Neonazis.
Bis heute gibt es viele rechtsextreme Vereinigungen in Franken — und immer wieder werden Menschen Opfer von Rechtsradikalen.
So kam jetzt eine Familie aus Fürth in die Schlagzeilen. Sie setzte sich “gegen Rechts” ein. Dafür wurden die Kinder der Familie von Neo-Nazis zur “Fahndung” ausgeschrieben, es gab Morddrohungen. Eigentum der Familie wurde immer wieder zerstört. Ein Fürther Neonazi trat einen deutsch-kurdischen Jugendlichen ins Koma.
In Fürth gab es vor kurzem einen Brandanschlag auf ein Auto und in Weißenburg Attacken mit Feuerwerkskörpern auf einen Rollstuhlfahrer — in beiden Fällen liegt ein rechtsradikaler Hintergrund nahe.
In Gräfenberg veranstaltete die NPD über Jahre und teilweise monatlich Demonstrationen anlässlich des Volkstrauertags.
2010 sind allein im Landkreis Forchheim über 20 rechtsextremistisch motivierte Straftaten begangen worden. In Bayern sind es hunderte.
Wir werfen heute eine genaueren Blick auf die jüngsten Ermittlungen und die heutige Situation. Unter anderem sprechen wir mit Birgit Mair. Sie ist Leiterin des Instituts für Sozialwissenschaftliche Forschung, Bildung und Beratung und beschäftigt sich seit Jahren mit dem Rechtsextremismus in der Region. Um 17:30 Uhr in SAT.1 BAYERN.







