So fliegen wir in die Zukunft

Über modernste Triebwerke und die Wirkung von Kondensstreifen

17:30 SAT.1 BAYERN zeigt Ihnen, wel­che Inno­va­tion für die Luft­fahrt­tech­nik aus Bay­ern kom­men — und wie ent­schei­dend sie für das Klima welt­weit sind.

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Schon heute gibt es welt­weit jeden Tag über 80.000 Flug­be­we­gun­gen. Allein im Jahr 2011 sind in Deutsch­land 150 Mil­lio­nen Pas­sa­giere von Deutsch­land gestar­tet, 1,3 Mil­lio­nen Men­schen sind in die­sen Tagen vom Münch­ner Flug­ha­fen in den Weih­nachts­ur­laub geflo­gen. Ein Ende der Fah­nen­stange ist nicht in Sicht: Seit Beginn des Jet­zeit­al­ters vor 50 Jah­ren ver­zeich­net die Luft­fahrt gigan­ti­sche Zuwachs­ra­ten. Exper­ten rech­nen damit, dass sich der Luft­ver­kehr in den nächs­ten 20 Jah­ren sogar noch mal ver­drei­fa­chen könnte.

Eine echte Belas­tung für Umwelt und Klima und eine große Her­aus­for­de­rung für die moderne Tech­nik. Heute zei­gen wir Ihnen, wel­che Neue­run­gen uns hier in Zukunft erwarten.

Geplant sind unter ande­rem Öko­trieb­werke und kom­plett neue Flug­zeug­kon­zepte — wie beim neuen neue Air­bus A320neo. Ab dem Jahr 2015 soll der Jet den Treib­stoff­ver­brauch bei Mit­tel­stre­cken­flug­zeu­gen deut­lich redu­zie­ren. Kern­stück der neuen Sprits­par­tech­nik sol­len effi­zi­en­tere Trieb­werke sein. Diese ent­ste­hen bei MTU Aero­en­gi­nes in Mün­chen. Die Bay­ern ent­wi­ckeln das neue Öko-​​Triebwerk für den Air­bus zusam­men mit dem ame­ri­ka­ni­schen Trieb­werks­her­stel­ler Pratt&Whitney.

Die Inge­nieure knöp­fen sich die größte Schwach­stelle der Tur­bi­nen vor: Die Starre Welle. Bis­her lau­fen alle ein­zel­nen Tur­bi­nen­rä­der mit der­sel­ben Dreh­zahl, da sie mit einer Welle ver­bun­den sind. Für die unter­schied­lich gro­ßen Tur­bi­nen­rä­der ein schlech­ter Kom­pro­miss. Dank eine neuen Getrie­bes kön­nen Inge­nieure jetzt jedem Tur­bi­nen­rad zur opti­ma­len Dreh­zahl ver­hel­fen: Die gro­ßen Räder sol­len lang­sa­mer, die klei­nen schnel­ler lau­fen. Dadurch kann der Wir­kungs­grad stei­gen und der Kraft­stoff­ver­brauch sinken.

Und noch einen wei­te­ren Vor­teil wol­len die Flug­ge­sell­schaf­ten gewinn­brin­gend für sich nut­zen: Ver­gli­chen mit älte­ren Trieb­wer­ken wird der “Geard­fan” deut­lich lei­ser sein. Das kann lang­fris­tig die Lärm­be­läs­ti­gung an den Flug­hä­fen und bei den Anwoh­nern deut­lich redu­zie­ren. Außer­dem wer­den die Pas­sa­giere kom­for­ta­bler rei­sen.

Die­ses Kon­zept über­zeugt die Flug­zeug­her­stel­ler. Neben Air­bus, wol­len noch Bom­bar­dier Aero­s­pace, Mitsu­bi­shi Air­craft und die Irkut aus Russ­land das Trieb­werk aus Bay­ern für Ihre neuen Flug­zeuge nutzen.

Die Zeit für Ent­wick­lun­gen wir diese drängt: Flug­zeuge emit­tie­ren zwar nur 2% der welt­wei­ten Treib­haus­gase, sie kön­nen aber heute schon bis zu 8% zur Erd­er­wär­mung bei­tra­gen. Schuld sind wei­tere Emis­sio­nen der Trieb­werke, wie Ruß oder Was­ser. Dar­aus ent­ste­hen Eis­kris­talle und Kon­dens­strei­fen und die beein­flus­sen die Wolkenbildung.

Kon­dens­strei­fen zu erfor­schen ist dabei ein wei­te­res wich­ti­ges Feld: Das Test­flug­zeug „Fal­con“ — aus­ge­stat­tet im baye­ri­schen Ober­pfaf­fen­ho­fen — soll direkt in Kon­dens­strei­fen von Flug­zeu­gen hin­ein­flie­gen und diese mit einer Reihe von Mess­in­stru­men­ten ana­ly­sie­ren. Nach den Flü­gen unter­su­chen die Atmo­sphä­ren­for­scher Pro­ben mit Lasern, Lichtscan­nern und Mas­sen­spek­tro­me­tern. Und eines haben die Wis­sen­schaft­ler um Pro­fes­sor Schu­mann jetzt schon her­aus­ge­fun­den: Kon­dens­strei­fen und Wol­ken reflek­tie­ren Wär­me­strah­lung. Am Tage reflek­tie­ren sie die Wär­me­strah­len der Sonne zurück ins Welt­all. Gleich­zei­tig reflek­tie­ren sie die Wär­me­strah­lung der Erde zurück zur Erd­ober­flä­che — und tra­gen so zur Erd­er­wär­mung bei. Des­halb ist es wich­tig, dass Flug­zeug­trieb­werke in Zukunft nicht nur spar­sa­mer wer­den, son­dern auch weni­ger Ruß­par­ti­kel emittieren.

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