Jetzt doch: Gauck soll Bundespräsident werden

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Erst schien es, als könnte Kanz­le­rin Mer­kel ihr Gesicht ver­lie­ren, sollte der Bür­ger­recht­ler Joa­chim Gauck nach dem Rück­tritt von Wulff wie­der als Bun­des­prä­si­dent kan­di­die­ren. Jetzt geben sich alle Betei­lig­ten – auch in Bay­ern – zufrieden.

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Die Koali­ti­ons­par­teien CDU, CSU und FDP hat­ten sich am Sonn­tag­abend in einem stun­den­lan­gen Rin­gen auf den 72-​​jährigen Gauck als Kan­di­da­ten für den Pos­ten des Bun­des­prä­si­den­ten geei­nigt. Gauck war Favo­rit von SPD und Grü­nen. Zuvor hatte sich die FDP über­ra­schend auf die Seite der Oppo­si­ti­ons­par­teien geschla­gen und den Grün­dungs­chef der Stasiunterlagen-​​Behörde als Nach­fol­ger von Chris­tian Wulff unterstützt.

SPD und Linke wei­sen dar­auf hin, dass Kanz­le­rin Angela Mer­kel (CDU) erst nach lan­gem Rin­gen dem über­ra­schen­den Votum ihres Koali­ti­ons­part­ners FDP nach­ge­ge­ben hatte, um einen Koali­ti­ons­bruch abzuwenden.

Unions-​​Fraktionsgeschäftsführer Peter Alt­maier erklärte dage­gen, Mer­kel habe mit ihrer Initia­tive für einen par­tei­über­grei­fen­den Kon­sens dem Land “eine Zer­reiß­probe erspart mit wochen­lan­gen Dis­kus­sio­nen”. Er sei “über­zeugt, dass es in den Gre­mien der CDU eine breite Unter­stüt­zung für den Kurs von Angela Mer­kel geben wird”.

Mer­kel bezeich­nete bei einem gemein­sa­men Auf­tritt der Par­tei­chefs den frü­he­ren DDR-​​Bürgerrechtler Gauck als “wah­ren Demo­kra­tie­leh­rer”, der wich­tige Impulse für Glo­ba­li­sie­rung, die Lösung der Schul­den­krise und mehr Demo­kra­tie geben könne. Der sicht­lich bewegte Gauck kün­digte an, er wolle den Deut­schen ver­mit­teln, dass sie “in einem guten Land leben, das sie lie­ben kön­nen”. Gauck war in Umfra­gen kla­rer Favo­rit der Bür­ger. Rund jeder Zweite hält ihn für geeignet.

Gauck, der in einem ers­ten Anlauf aufs Schloss Bel­le­vue 2010 Wulff unter­le­gen war, kann sich nun auf eine breite Unter­stüt­zung in der Bun­des­ver­samm­lung stüt­zen. Damit wer­den bald zwei Ost­deut­sche an der Spitze des Staa­tes ste­hen. Der Prä­si­dent muss spä­tes­tens am 18. März gewählt wer­den, ein Ter­min steht aber noch nicht fest.

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