Aus für den Stammtisch? – Wirtshaus-Sterben in Bayern

In Bayern hat wohl ein Viertel der Gemeinden kein Wirtshaus mehr

Wer hat Schuld, wenn’s den Wirt um die Ecke nicht mehr gibt? Und wie wichtig sind eigentlich Treffpunkte wie Biertresen und Stammtisch für unser Zusammenleben? SAT.1 BAYERN ist auf der Suche nach Antworten!

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Ja, das waren noch Zeiten, als das Wirtshaus in Bayern noch was galt im Dorf, man sich in beschaulicher Runde am Stammtisch traf und über die großen und kleinen Themen der Welt palaverte.
Heute sieht’s in vielen Dörfern im Freistaat anders aus. Die Gasthäuser sind verwaist – so wie in Großgeschaidt in Mittelfranken. Von einst drei Wirtshäusern ist keines mehr übrig. Alle mussten schließen. Für die Gemeinde und ihre Einwohner mehr als traurig.

Wir stellen Ihnen heute um 17:30 Uhr die Situation in Großgeschaidt vor.

Laut dem bayerischen Hotel- und Gaststättenverband ist die absolut “wirtshausfreie Zone” jedoch kein Einzelfall: Die Zahl der Schankwirtschaften sei zwischen den Jahren 2001 und 2008 bundesweit um rund 25 Prozent gesunken. In Bayern habe inzwischen ein Viertel der Gemeinden kein Wirtshaus mehr — die Ortsteile nicht eingerechnet. Die Auswirkungen auf die sozialen Aspekte einer Dorfgemeinschaft, wie Kommunikation und Zusammenhalt, seien nicht zu unterschätzen.

Der bayerische Hotel und Gaststättenverband hat die Uni Eichstätt mit einer Studie über das Wirtshaussterben auf dem Land beauftragt. Leiter ist Professor Hans Hopfinger, Lehrstuhlinhaber für Kulturgeografie. Auch er bestätigt, dass die Zahl der Wirtshäuser in Bayern stark rückläufig ist.

“Es gibt mittlerweile über 500 Gemeinden in Bayern, die über kein Wirtshaus mehr verfügen, und das ist natürlich ein enormer Verlust für die Dörfer.”

Untersucht werden sollen erfolgreiche Gaststätten, sowie auch solche, die vor dem Aus stehen. Die Ergebnisse der Studie werden voraussichtlich im Sommer vorgestellt. Sie sollen als Orientierungshilfe für entsprechende Förderprogramme und auch als Handlungshilfe für den Hotel- und Gaststättenverband dienen.
Sterben unsere Wirtshäuser aus – und wenn ja, warum? Nutzen Sie unsere Kommentarfunktion!

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

Kommentare

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2 Antworten auf Aus für den Stammtisch? – Wirtshaus-Sterben in Bayern

  1. Rudolf Schönbauer sagt:

    grüß gott,
    in den nachrichten spricht man von geänderten freizeit verhalten. viele andere gründe werden angegeben, keiner traut sich die wahrheit sagen. das rauchverbot hat die gesellschaft gespalten. das kommt heraus, wenn man sekten oder ököfaschisten nachgibt. ich geh ja auch nicht mehr weg und wenn mich der wirt auf der strasse trifft und mich fragt wo ich bleibe, sage ich ihm, dass im krankenhaus oder altersheim mehr los ist. dann verarsch ich ihn noch und sage, dass ich gehört habe, dass er noch anbaut. nachdem jetzt 3 raüme leer sind passt noch ein vierter leerer raum sehr gut in die gegend. er kann nicht darüber lachen. keine kartenspieler, keine gaudi, nichts mehr, nur ein paar furchtbar langweilige nichtraucher. ein drama, wie blöd die bayern sind. übrigens ich bin nichtraucher, habe aber immer “leben und leben lassen” vertreten. zwischenzeitlich kann man das zitat in die ökötonne werfen. das ganze dorf eine 30ger zone, jeden tag wird irgendwo beblitzt, ständige polizeikontrollen und dann noch das rauchverbot. die blöden bayern lassen sich ja alles gefallen. meint herr gauck diese freiheit? ich habe mich vielleicht ein bißchen verzettelt, aber irgendwie passt alles zusammen. ich hab nichts mehr zu feiern und geh jetzt ins bett.
    gute nacht
    rudi schönbauer

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  2. Peter Eck sagt:

    Diese bedauerliche Entwicklung sieht man in vielen Gemeinden. In Großgeschaidt greifen die Bürger zur Selbsthilfe und haben einen Verein “Dorftreff” gegründet, der sich für die Schaffung eines lokalen Treffpunktes als Begegnungsstätte für die Bürger stark macht. Entsprechende Räumlichkeiten werden derzeit hergerichtet und wir sind zuversichtlich, bald diesen Teil der Infrastruktur und Lebensqualität im Dorf wieder herzustellen.
    Mit dem Rauchverbot hat das im konkreten Fall übrigens weniger zu tun, weil im Vereinsraum und im Feuerwehrhaus AUCH Rauchverbot herrscht. Und in den Nachbargemeinden auch – aber da sind die Gasthäuser zum Großteil so voll, das man am Wochenende reservieren sollte – wer ein gutes Konzept für sein Gasthaus hat, den stört das offenbar Rauchverbot nicht.

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