Führerschein mit 16 – eine gute Idee?

Der Vorschlag kommt aus der CDU und soll die Landjugend flexibler machen

Junge Leute, die auf dem Land leben, können ein Lied davon singen: Da, “wo das Leben spielt”, kommt man oft kaum hin. Da wäre es doch ein gute Sache, mit 16 schon Autofahren zu dürfen…

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Wer auf dem Land lebt, weiß, wie wichtig ein Auto sein kann: Oft fahren Busse in größere Städte oder zu den nächsten Einkaufsmöglichkeiten nur wenige Male am Tag und auch der Arbeitsweg ist oft ohne Auto kaum zu schaffen. Weil es da nicht nur Erwachsenen, sondern auch Jugendlichen so geht, gibt es jetzt einen neuen Vorstoß beim Thema Führerschein. Laut Peter Bleser, parlamentarischer Staatssekretär im Verbraucherministerium, sollen den schon 16-Jährige bekommen können. Damit seien sie auf dem Land mobiler und erreichten ihre Lehrstelle leichter.

In Bayern befördern rund 1.200 Busunternehmen um die 2 Millionen Fahrgäste täglich. Dabei orientieren sich die Fahrzeiten im Öffentlichen Personennahverkehr meist an den Schulzeiten, da Schüler in den letzten Jahren den größten Kundenkreis der Unternehmen bildeten. Wer am Wochenende oder in den Ferien mit dem Bus fahren will, schaut auf dem Land meist in die Röhre. Das Bayerische Verkehrsministerium setzt sich aber im Zug der Entwicklung des ländlichen Raums schon länger mit der Entwicklung auseinander. So ist unter anderem klar, dass immer mehr ältere Bürger Mobilität vor Ort einfordern werden, während die Schülerzahl im demografischen Wandel sinkt.  

Kaum landete die Idee um den Führerschein mit 16 heute in der Diskussion will sie Verkehrsminister Peter Ramsauer auch gleich wieder vom Tisch haben. Er sagte im Bayerischen Rundfunk:

„Ein klipp und klares Nein. So ein Unfug! Wir haben mit dem begleiteten Fahren mit 17 eine hervorragende Regelung.“

Führerschein mit 17

Seit 2005 besteht in Bayern die Möglichkeit, bereits mit 17 Jahren Auto zu fahren. Wer seine Führerscheinprüfungen besteht, kann dann schon hinters Steuer, wenn er einen Person ab 30 Jahren neben sich sitzen hat, die außerdem schon mindestens 5 Jahre im Besitz eines Führerscheins ist und nicht mehr als 3 Punkte in Flensburg gesammelt hat. Sinn der Übung sollen Erfahrungen im Starßenverkehr sein, die dann für mehr Sicherheit sorgen, wenn die jungen Fahrer mit 18 alleine unterwegs sind.

Spannend am Vorschlag aus der CDU: Ein Führerschein mit 16 könnte an die Vorgabe gekoppelt sein, dass die jungen Autofahrer mit maximal 80 Stundenkilometern unterwegs sein dürfen. Nur: Hält man sich mit 16 an so eine Vorgabe?

Studien belegen: Junge Leute haben ein schlechtes Risikobewusstsein.(Bild: Deutsche Verkehrswacht)

Würden sich 16-Jährige an eine Geschwindigekeitsbeschränkung auf 80 km/h halten?

Zu den Ergebnissen

 

 

 

 

Junge Fahrer sind eine Hochrisikogruppe. Jeder fünfte Verletzte und Getötete fällt in die Altersgruppe der 18- bis 25-Jährigen, obwohl nur jeder zwölfte der Gesamtbevölkerung zu dieser Gruppe gehört.

Anstelle einer vorausschauenden Fahrweise pflegen zahlreiche junge Fahrer einen risikoreichen Fahrstil. Das Auto – Symbol für eine neue Freiheit – wird gern im wahrsten Sinne des Wortes „ausgefahren“. (Quelle: Deutsche Verkehrswacht)

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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