Laut Polizei ist bei einem Drittel aller Gebrauchtwagen der Tachostand manipuliert. Der Tacho-Mafia sind schon viele auf den Leim gegangen. Davor schützen kann man sich nur schwer.
So erkennen Sie Tacho-Betrug
- Überprüfen Sie Reparatur-Rechnungen, AU- und TÜV-Berichte, Tankbelege (bei Verwendung einer Tankkarte steht dort der Kilometerstand), Eintragungen im Inspektionsheft und Ölwechsel-Aufkleber bzw. -Anhänger auf Plausibilität. Wenn dort steht, der nächste Ölwechsel sei bei 180.000 Kilometern fällig, das Auto hat aber erst 100.000 Kilometer auf der Uhr, dann stimmt etwas nicht. Denn üblicherweise wird ein Ölwechsel spätestens alle 30.000 Kilometer (in seltenen Fällen bis zu 40.000 Kilometer) fällig.
- Nehmen Sie Kontakt mit den Vorbesitzern auf, die in Zulassungsbescheinigung Teil II (bzw. im Fahrzeugbrief bei Fahrzeugen, die vor dem 1. Oktober 2005 zugelassen oder letztmals umgemeldet wurden) eingetragen sind. Fragen Sie diese nach den im ersten Punkt genannten Unterlagen. Klären Sie, mit welchem Kilometerstand das Fahrzeug jeweils verkauft wurde.
- Verlassen Sie sich nicht auf Verkäuferangaben wie „Kilometerstand laut Tacho“ oder „Kilometerstand abgelesen“. Sie sind weitgehend unverbindlich. Bestehen Sie auf der schriftlichen Angabe der „tatsächlichen Laufleistung“ im Kaufvertrag, den Sie am besten gemäß ADAC Muster abschließen. (Quelle: ADAC)

Den Tacho "zurückzudrehen" ist mit den entsprechenden Geräten kinderleicht. (Bild: ADAC)
Um den Tachostand zu manipulieren, braucht es bloß das richtige Gerät. Und die Investition lohnt sich für die Betrüger: Pro Auto bringt ein niedrigerer Tachostand rund 3.000 Euro mehr im Verkauf. Laut Polizei ist inzwischen bei jedem dritten Gebrauchtwagen am Tacho “geschraubt” worden. Also: Wenn Sie im Entferntesten das Gefühl haben, das bei Ihrem Wunschauto etwas nicht stimmt, lassen Sie lieber die Finger davon.
Allein in Deutschland beträgt der Schaden durch Tachobetrügereien 6 Milliarden Euro pro Jahr. Der ADAC fordert Autohersteller daher auf, für zeitgemäßen Schutz des Kilometerstandes zu sorgen. Nach übereinstimmender Auskunft von Experten würde es nur wenige Euro kosten, um Autos sicherer zu machen. Bei rund drei Millionen Neufahrzeugen, die pro Jahr in Deutschland verkauft werden, entspräche dieser Mehraufwand nur einem winzigen Bruchteil des jährlich entstehenden Schadens. (Quelle: ADAC)



