Dramatischer Grillunfall in München

Hunderte Menschen leiden oft ein Leben lang an den Folgen der Unachtsamkeit

Auch, wenn viele es für die leichteste Sommer-Übung überhaupt halten: Grillen ist und bleibt brandgefährlich. Schon gibt es das erste Brandopfer.

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Bei einem Grillunfall in München ist eine 32-jährige Frau am Samstagabend lebensgefährlich verletzt worden. Ein 17-Jähriger, der mit Freunden zusammen grillte, wollte einen glühenden Grill wieder neu entfachen. Dazu spritzte er Bioethanol direkt in die Glut. Dabei kam es zu einer Verpuffung, wie die Polizei am Sonntag mitteilte. Die in der Nähe stehende Frau erlitt dadurch lebensgefährliche Verbrennungen am Rücken, an den Armen und am Ohr. Sie wurde mit einem Hubschrauber ins Krankenhaus gebracht. Drei weitere Menschen, die ebenfalls in der Nähe standen, wurden an den Armen leicht verletzt. (dpa)

Nach Mitteilung der Aktion “Das sichere Haus” (DSH) ereignen sich jährlich 3.000 bis 4.000 Grillunfälle in Deutschland. Fast 500 Menschen erleiden dadurch schwerste Verbrennungen, die außerordentlich schmerzhaft sind und eine intensive medizinische Behandlung erforderlich machen.

Für den Notfall:

Sollte es zu Brandverletzungen durch einen Grillunfall kommen, müssen Sie schnell handeln: Auch großflächige Verbrennungen müssen sofort mit Wasser gekühlt werden und zwar bis zu 15 Minuten lang. Auch eine Badewanne, Dusche, ein Eimer Wasser, besser noch ein Gartenschlauch oder ein in der Nähe befindlicher See, Teich, Swimmingpool, Bach, usw. eignen sich, um einen Brandverletzten zu kühlen. Beim Kühlen sollten Sie kein eiskaltes Wasser verwenden, sonst kann es zu einem Schock kommen.
Grund für die Maßnahme: Die Hitze bei einer Verbrennung wirkt immer nach und zieht dabei in tiefere Hautschichten. Die Verbrennungsgrade können durch das Kühlen so gering wie möglich gehalten werden. Das kann Leben retten. Rufen Sie außerdem immer die Feuerwehr an – unter der 112. (Quelle: brandverletzte-leben.de) 

Laut des Verbraucherinformation-Systems Bayern ist auch der volkswirtschaftliche Schäden bei Grillunfällen beträchtlich. Ein Behandlungstag auf einer Intensivstation für Schwerbrandverletzte verursacht Kosten von 2.000 bis 2.500 Euro. Bei durchschnittlich 30 Behandlungstagen entstehen so Kosten in Höhe von 60.000 bis 75.000 Euro je Verletzten. Hinzu kommen die hohen Folgekosten im medizinischen und außermedizinischen Bereich, so dass bei Schwerbrandverletzten durch Grillunfälle je nach Verletzungsgrad mit Kosten von 250.000 Euro und mehr gerechnet werden kann. Insgesamt entsteht also ein Schaden zwischen 180 Millionen und 300 Millionen Euro.

Die Feuerwehr warnt

  • Nie Brennbeschleuniger egal in welcher Form (z. B. Brennspiritus) benutzen – kann zu Stichflammen führen
  • Kinder und Haustiere fern halten
  • Auf Standsicherheit achten
  • Bei starkem Wind die Grillkohle ablöschen
  • Nach dem Grillen: das Grillgut (Kohle) nicht einfach in die Tonne schmeißen, könnte noch brennen.
  • Nur an ausgewiesenen Plätzen grillen 

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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