Jetzt werden Rauchmelder in Bayern Pflicht

Experten gehen davon aus, dass dank Alarmsignalen dutzende Menschenleben gerettet werden

Wenn sich dichter, schwarzer Rauch in Haus oder Wohnung ausgebreitet hat, ist es für die Bewohner meist schon zu spät. Deshalb soll in den kommenden Wochen in jedem Privathaushalt im Freistaat ein Rauchmelder zu finden sein.

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Rund 500 Menschen sterben durchschnittlich jedes Jahr bei Bränden in Deutschland. Todesursache sind dabei in den seltensten Fällen tatsächliche Verbrennungen. Über 80 Prozent aller Brandtoten fallen nicht den Flammen zum Opfer, sondern sterben an einer Rauchvergiftung. Trotzdem haben laut Frankfurter Rundschau nur rund 30 Prozent der Deutschen Rauchmelder zu Hause installiert.

Nachdem man jahrelang auf die Eigenverantwortung der Bürger setzte, ist man sich deswegen jetzt auch in Bayern sicher: Mit einer Rauchmelder-Pflicht könnten sich mehr Menschen retten. Eine gesetzlich Rauchmelderpflicht gibt es bereits in 9 Bundesländern; in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen wird sie gerade vorbereitet.

“In den nördlicheren und östlichen Bundesländern sind Rauchmelder schon länger Pflicht und erste Zahlen deuten an, dass die Zahl der Toten durch eine Rauchgasvergiftung um 50 Prozent zurückging. Aber es ist sowieso jeder Einzelne wichtig.” –   Michael Seger, Oberallgäuer Kreisbrandrat in der Allgäuer Zeitung

Rauchmelder – welche, wo, wie viele?

Das "Q" zeichnet Rauchmelder für den Langzeiteinsatz aus.

Qualitativ gute Rauchmelder gibt es schon ab 15 Euro. Achten Sie beim Kauf auf das CE-Zeichen inkl. Prüfnummer und der Angabe „EN 14604“. Tipp: Hochwertige Rauchmelder zum Einkaufspreis bekommen Sie oft auch bei der örtlichen Feuerwehr – zum Beispiel am  ”Tag der offenen Tür”.

Am wichtigsten sind Rauchmelder in Schlaf- und Kinderzimmern. Ein Rauchmelder im Flur/Treppenhaus warnt, wenn durch den Rauch der Fluchtweg abgeschnitten wird. Bei größeren Häusern bieten sich über Funk miteinander vernetzte Melder an.

Wer eine Fotovoltaikanlage besitzt, sollte wegen der erhöhten Brandgefahr abwägen im Bereich des Wechselrichters ebenfalls einen Melder zu installieren.

Rauchmelder gehören an die  Zimmerdecke, mindestens einen halben Meter von der Wand entfernt.

Achten Sie auf gute Batterien. Ein hochwertiger Rauchmelder zeigt mit einem Signalton an, wenn die Batterie leer ist. Testen Sie beim “Neustart”, ob der Rauchmelder auf das Drücken des Prüfknopfes reagiert. Testen sollten Sie das Gerät ein Mal im  Jahr. In der Regel sollten Rauchmelder nach 10 Jahren ausgetauscht werden.

Tipp: Erkundigen Sie sich bei Ihrer Versicherung, ob dank neuen Rauchmeldern bei der Hausrat- oder Gebäudebrandversicherung ein Rabatt möglich ist.

Die größten Brand-Irrtümer

  • “Flammen sind gefährlicher als Rauch”:  Tödlich ist bei einem Brand in der Regel nicht das Feuer, sondern der Rauch. Bereits zwei bis drei Atemzüge hochgiftigen Brandrauchs können tödlich sein. Die Opfer werden im Schlaf bewusstlos und ersticken.
  • “Technische Geräte sind heutzutage sicher”: Nach wie löst ein Fehler in der Elektrizität über 30 Prozent aller Wohnungs- und Hausbrände aus, rund 20 Prozent sind auf menschliches Fehlverhalten zurückzuführen.  Vor allem Stand-by-Funktion sind eine permanente Gefahrenquelle.
  • “Die meisten Brände passieren tagsüber – deswegen ist da das Risiko höher”: Zwar ereignen sich zwei Drittel der Brände tagsüber, doch bei den Todesopfern ist das Verhältnis fast genau umgekehrt: 70 Prozent der Todesopfer bei Bränden sterben nachts.
  • „Wenn es brennt, bleiben mehr als zehn Minuten, um die Wohnung zu verlassen“: Das ist unter Umständen ein tödlicher Irrtum: Durchschnittlich blieben nur vier Minuten, eine Rauchgasvergiftung kann bereits nach zwei Minuten tödlich sein. Außerdem kommt man oft gar nicht mehr raus: Innerhalb weniger Minuten kann sich Rauch so ausbreiten, dass er in einem gut isolierten Haus zu völliger Dunkelheit führt.
  • “Man kann den Rauchmelder ‘überhören’”: Die Tonfrequenz des Alarms ist bei hochwertigen Rauchmeldern so eingestellt, dass sie selbst im Tiefschlaf das Unterbewusstsein erreicht.

 

Zuletzt aktualisiert:  von
Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

Kommentare

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4 Antworten auf Jetzt werden Rauchmelder in Bayern Pflicht

  1. Nadine Hauff sagt:

    Leider findet eine Diskussion in den Bundesländern immer erst statt, wenn etwas passiert ist. Im Vorfeld scheint eine Pflicht nicht von Interesse zu sein. So unter anderem in NRW , wo im Februar mehrere Menschen an CO-Vergiftung gestorben sind. Abgesehen von gesetzlichen Regelungen , sollte es doch auch im Interesse von Jedem zu sein, sein Leben zu schützen. Da sollten 60 Euro für den Schutz der eigenen 4 Wände immer uebrig sein. Neben dem Schutz durch Rauchmelder macht auch ein Schutz mittels eines CO-Melders Sinn. Ich habe bei den Rauchmelder-Experten eine hervorragend Beratung bekommen. Ich hätte nicht gedacht , dass man bei der Absicherung seines Heimes so viel falsch machen kann.

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