Die IG Metall hat die Warnstreiks in Bayern am Donnerstag massiv ausgeweitet. Zu den größten Protestaktionen gehörten Warnstreiks an den bayerischen BMW-Standorten. Am Firmensitz in München zogen tausende Arbeiter der Frühschicht mit Trillerpfeifen und Transparenten vor die Werkstore. “Warnstreiks sind eine Form der Notwehr”, rief Münchens IG-Metall-Chef Horst Lischka der Menge zu.
Auch an den anderen BMW-Standorten in Bayern waren tausende Beschäftigte zu Warnstreiks aufgerufen. Lischka drohte mit unbefristeten Streiks, wenn bis Pfingsten keine Einigung mit den Arbeitgebern erzielt werde. Auch bei BMW werde dann gleich nach der Urabstimmung wieder gestreikt.
Zentrale Themen bei der Protestaktion waren neben der Forderung nach 6,5 Prozent mehr Lohn auch die Einschränkung der Leiharbeit und die Weiterbeschäftigung der Auszubildenden. Immer wieder riefen die Beschäftigten dazu “Übernahme, Übernahme.
Insgesamt erwartete die IG Metall im Laufe des Donnerstags mehr als 70.000 Teilnehmer in Bayern und damit deutlich mehr als in den vergangenen Tagen. Ein Schwerpunkt war Schweinfurt, wo in allen Großbetrieben die Arbeit zeitweise ruhen sollte. Dort und auch in Nürnberg waren Kundgebungen geplant.
Allein in Raum Schweinfurt arbeiten der IG Metall zufolge rund 30.000 Beschäftigte in der Metall- und Elektroindustrie. In Unterfranken legten unter anderem die Beschäftigten des Automobilzulieferers ZF, des Kugellagerherstellers SKF, des Antriebstechnik-Unternehmens Bosch-Rexroth sowie des Maschinenbauers Schaeffler die Arbeit nieder. Nach Angaben der Polizei beteiligten sich mehr als 5.000 Menschen an den Demonstrationszügen und der Kundgebung in Schweinfurt. ”
“Wir haben deutlich gemacht, dass wir – wenn es notwendig ist – einen langen Atem haben” – Peter Kippes, IG Metall Schweinfurt
Für Freitag kündigte Kippes einen Auszubildendenstreik in der Mittagszeit an. Auch in vielen anderen Betrieben in Bayern sind bis zum nächsten Tarifverhandlungstermin am 10. Mai weitere Warnstreiks geplant. Die Arbeitgeber hatten der IG Metall vorgeworfen, die gute Entwicklung am Arbeitsmarkt durch die Proteste zu bremsen und der ausländischen Konkurrenz die Türen zu öffnen. (dpa)
Der Streik-Plan der IG Metall
Weitere Schwerpunkte liegen in Amberg/Oberpfalz (Grammer, Siemens), Augsburg (MAN Diesel, Premium Aerotec), Aschaffenburg (Linde), Bamberg (Bosch, FTE), Passau (ZF, Webasto) und Rosenheim (BSH, Siteco). (Quelle: IG Metall Bayern)













