Industriespionage in Bayern

Erschreckend: Nach wie vor sitzen Verräter von Firmengeheimnissen häufig in den eigenen Reihen

Made in Germany – das klingt doch nach Qualität. Stimmt – und genau das denken sich ausländische Firmen und Geheimdienste, die immer häufiger auch in bayerischen Firmen Informationen abgreifen wollen. Die Zahl der Fälle von Industriespionage hat in den vergangenen Jahren massiv zugenommen.

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Industriespionage haben viele als rentables Geschäft entdeckt. Da werden Ideen einfach geklaut und kopiert – zum Schaden von innovativen Unternehmen, vor allem aus dem Mittelstand. Gerade in Bayern gibt es viele davon – und in mehr als der Hälfte der Spionagefälle sind die eigenen Mitarbeiter daran beteiligt. Wir stellen Ihnen heute um 17:30 Uhr einen Fall aus dem oberbayerischen Kolbermoor vor! 

Enormer Schaden

Deutsche Firmen verlieren durch Industriespionage und Produktfälschungen jedes Jahr viele Milliarden Euro. Doch nicht nur Hacker-Angriffe aus dem Internet oder nachgebaute Waren aus China machen den Unternehmen das Leben schwer: Nach wie vor sitzen Verräter von Firmengeheimnissen häufig in den eigenen Reihen – und auch in Deutschland werden zunehmend Produkte gefälscht, wie  Studien zeigen. Doch ob der Diebstahl von Plänen für neue Maschinen oder nachgebaute Anlagen: Der Schaden für die Unternehmen ist enorm und das Problem wächst stetig. In Deutschland sind seit 2009 über 20 Prozent aller Unternehmen ausspioniert worden. Einen Verdacht auf Spionage gab es sogar bei ein Drittel der Firmen.

Allein die Schäden durch Hacker-Angriffe oder Geheimnisverrat summieren sich laut einer Studie der Münchner Sicherheitsberatung Corporate Trust auf 4,2 Milliarden Euro. Der Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) geht davon aus, dass der Branche durch Produktpiraten 2011 Umsatz in Höhe von fast 8 Milliarden Euro durch die Lappen ging – gut ein Viertel mehr als 2010. “Umgekehrt könnte man bei dieser Schadenshöhe auch von 37.000 Arbeitsplätzen sprechen”, sagte VDMA-Hauptgeschäftsführer Hannes Hesse am Montag auf der Hannover Messe. “China wird mit Abstand am häufigsten genannt.”

Vor allem im Netz sei die Spionage inzwischen professionell organisiert. Den größten Anteil an der Spionage habe allerdings mit einem Anteil von 47,8 Prozent der Verrat durch eigene Mitarbeiter. In 46,8 Prozent der Fälle würden Daten von Firmenfremden gestohlen. Die Umfrage wurde zusammen mit dem TÜV Süd und der IT-Sicherheitsfirma Brainloop erstellt. (dpa)

Unternehmer aufgepasst!

Nur vier Prozent aller deutschen Firmen verschlüsseln ihre elektronische Post und nur ein Prozent codiere ihre Telefon- und Faxkommunikation, berichtet das in Würzburg erscheinende Unternehmermagazin “Markt und Mittelstand”. Gerade diese Bereiche seien aber die ergiebigste Quelle für Wirtschaftsspionage, die ständig zunehme. Besonders gefährdet seien Unternehmen aus Zukunftsbranchen wie Biotechnologie oder Mikroelektronik.

Wichtig ist es daher, Berechtigungen für den Zugriff auf Daten einzuschränken. Jede Aktion eines Admins sollte lückenlos aufgezeichnet werden, um Änderungen und neue Datenströme nachvollziehen zu können. Risiko- und Schwachstellen müssen analysiert werden und Mitarbeiter für das Thema Sicherheit sensibilisiert werden. Klare Leitlinien wie eine Definition von schützenswertem Know-how helfen, um Sicherheitsstandards hinterfragen und anpassen zu können. Schon beim kleinsten Verdacht auf Industriespionage sollte man Beratung suchen, die bietet unter anderem der Verfassungsschutz an.

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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