Immer mehr Störche in Bayern

Bebauung und intensive Landwirtschaft sind aber immer noch eine Bedrohung

Sie klappern, bringen der Sage nach neues Leben und verschönern mit ihren großen Nestern jedes Ortsbild – die Störche sind wieder da! Wo die Tiere sich am liebsten niederlassen und warum sie uns bisweilen nicht mal mehr über die Wintermonate verlassen, lesen Sie bei uns!

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Die Störche fühlen sich wieder wohl in Bayern! Wurde Ende der 1980er Jahre noch ein Negativrekord von 57 Storchenpaaren vermeldet, so ließen sich letztes Jahr schon wieder rund 240 Storchenpaare im Freistaat nieder. Dieses Jahr rechnet man mit 256 Paaren!

Laut dem Landesbund für Vogelschutz (LBV) gewöhnen sich sogar einige der Vögel dank der milden Temperaturen daran, auch bei uns im Freistaat zu überwintern: “Unsere Zugvögel verlassen uns wegen Nahrungsknappheit, nicht so sehr wegen der Kälte”.

Storchenneste in Bayern (Quelle: LBV, Stand: Juni 2012)

Die Vogelschützer rufen jedes Jahr Naturfreunde auf, die Position von Storchennestern und die Anzahl ihrer Bewohner zu melden. Daraus entsteht auf der Internetseite des LBV eine Karte. Bei Störchen beliebt ist vor allem die Nähe zu Flussufern, so gibt es besonders viele Tiere an Altmühl, Wörnitz, Aisch und Regnitz. In diesen Flusstälern gebe es große Wiesenflächen, die Tiere hätten viel Platz und fänden genügend Nahrung.

Und den Tieren geht es immer besser: In den 1980er Jahren stand der Weißstorch noch als bedrohte Tierart auf der Roten Liste. Damals habe man Maßnahmen ergriffen und die Tiere in Deutschland aufgezogen und überwintert. Auch das sei ein Grund, weshalb sich manche Tiere und ihre Nachkommen an den Winter in Deutschland gewohnt hätten. Dadurch habe sich ihre Population deutlich erholt und es gebe jedes Jahr mehr Tiere.

VIDEO: Zu viele Störche in Schwaben?

Nach dem Winter kehren die Vögel aus dem sonnigen Süden wieder in ihre alte Heimat zurück, denn die Tiere sind dem Horst treuer als dem Partner. Von Ende März an kehren die ausgeflogenen Tiere wieder zurück nach Bayern. Anfang April sind schon die ersten Küken bei uns geschlüpft.

Der LBV setzt darauf, dass der Storchenbestand auch im Jahr 2012 weiter wächst.

Wissenswertes über den Storch

  • Störche nisten gerne hoch und vor allem übersichtlich: So haben Störche in Kirchheim in der fränkischen Schweiz eine Baukran als Nestplatz entdeckt – mittlerweile nisten 9 Paare über den Kran verteilt
  • Die Leidenschaft für den Überblick werden den Störchen leider auch oft zum Verhängnis: Freileitungen von Strommasten verursachen mehr als zwei Drittel der Tode für die Vögel im Freistaat
  • Das südlichste Storchennest in ganz Bayern liegt am Kloster Benediktbeuren
  • Mit seinen bis zu 2 Metern Flügelspannweite zählt der Weißstorch zu den größten heimischen Vogelarten
  • In der Brutzeit braucht der Storch viel Nahrung, für die Familie sind es 4,5 Kilo Nahrung täglich: Eidechsen, Mäuse, Frösche, Regenwürmer und Insekten
  • In den ersten Wochen haben Jungstörche kein leichtes Leben, sie kommen oft ums Leben. Dann liegen die toten Kücken bis zu 3 Tagen im Horst – bis sie als Nistmaterial und Futter “weiterverwendet” werden. Wenn ein Junges zu schwach ist, wird es in manchen Fällen von einem Altstorch vor einem langwierigen Hungertod bewahrt und zu Tode geschüttelt
  • Es werden im Durchschnitt 3 bis 5 Eier gelegt – und in rund 30 Tagen ausgebrütet
  • Weißstörche führen nur eine “Saisonehe” – allerdings können Sie sich nach dem Winter am gleichen Nest wiedertreffen, denn ihrem Horst (Nest) bleiben sie lieber treu 
  • Der Storch hat viele Spitznamen: Adebar, Heilebart, Hoierboer, Klapperstorch, Knickerbein, Langbein oder Stelzbein
  • In Thüringen macht der Storch dem Osterhasen Konkurrenz und legt die bunten Eier in die Nester – heißt es zumindest… (dpa-red)

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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