Schlag gegen Islamisten: Mit Großrazzien sind Polizei und Justiz am Donnerstag bundesweit gegen radikale Salafisten vorgegangen. Nach Angaben von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) wurden Objekte in sieben Bundesländern durchsucht.
In Augsburg drangen die Ermittler in die Wohnung eines Mannes ein, der als Hassprediger im Internet aktiv sein soll. In München richtete sich die Aktion gegen den Verein Nur für Dich. Die kleine Gruppe soll Spenden für den Druck des Korans gesammelt haben, den die Salafisten im Frühjahr millionenfach verteilen wollten.
Größte Sorge: Verbindungen zu Terrornetzwerken
Gegen die salafistische Vereinigung Millatu Ibrahim aus Solingen sprach der Minister aktuell (siehe Video) ein Verbot aus. Radikale Salafisten stehen im Verdacht, mit ihrer Propaganda gewaltbereite Islamisten anzustacheln oder selbst Verbindungen zu Terrornetzwerken zu pflegen.
Friedrich sagte, die Organisation Millatu Ibrahim richte sich gegen die Gedanken der verfassungsrechtlichen Ordnung und der Völkerverständigung. Zudem wurden Ermittlungsverfahren gegen zwei weitere Organisationen eingeleitet. Dabei handele es sich um das des Netzwerk «Die wahre Religion» und die Gruppe Dawa FFM in Frankfurt am Main. «Die wahre Religion» ist die Organisation um den Kölner Prediger Ibrahim Abou Nagie, der mit der kostenlosen Verteilung von Koran-Exemplaren in mehreren Städten für Aufsehen gesorgt hatte.
Salafisten verstehen sich als Vertreter des wahren Islams und orientieren sich radikal am Koran.In Deutschland wollen sie eine große Missionsbewegung starten. Die Sicherheitsbehörden wollen das jedoch nicht zulassen -ein salafistischer Gottesstaat wäre mit dem Grundgesetz nicht vereinbar
Seit dem vergangenen Jahr stehen die Salafisten verstärkt im Visier der Sicherheitsbehörden.
[poll id="41"]Im März 2011 erschoss ein Islamist am Frankfurter Flughafen zwei US-Soldaten – es war der erste erfolgreiche islamistisch motivierte Anschlag auf deutschem Boden.Nach Angaben der Sicherheitsbehörden gibt es in Deutschland derzeit rund 130 Gefährder, denen Anschläge zugetraut werden. Darunter seien 24 Salafisten. (dpa – red)






