Geisterbahn: Anzeige wegen Gewaltverherrlichung

Besitzer Kutschenbauer wundert sich: "Dann müsste man auch Gebrüder Grimm verbieten"

Die Polizei glaubt zunächst an einen Scherz, als die Anzeige des besorgten Vaters aus Neustadt/Aisch eintrudelt. Denn immerhin ist ja genau das der Sinn einer Geisterbahn: Erschrecken! Doch jetzt müssen sich Staatsanwaltschaft und Jugendamt mit der Frage auseinandersetzen, wie schrecklich das “Magic House” sein darf.

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Das war wohl zu viel des gruseligen Spektakels: Wegen “Gewaltverherrlichung” hat ein Familienvater aus Neustadt/Aisch den Betreiber einer Geisterbahn angezeigt. Die blutrünstigen Gestalten, die an der Front des Fahrgeschäfts für das Spektakel werben, seien für Kindergemüter zu gruselig, argumentierte der 46-Jährige aus dem Ortsteil Diespeck beim örtlichen Polizeirevier. Das Fahrgeschäft verstoße damit gegen das Jugendschutzgesetz, zitierte ein Polizeibeamter am Donnerstag aus der Anzeige.

Furchtbar oder furchtbar unterhaltsam: Die Geisterbahn “Magic House” (Foto: SAT.1 BAYERN, Titelbild: kirmeskunst.de )

Der 46-Jährige hatte mit seiner Ehefrau und dem dreijährigen Sohn die Kirchweih in Neustadt/Aisch besucht. Dabei hatte der Sohn auch mehrmals das neben der Geisterbahn aufgebaute Kinderkarussell benutzt. Die schaurigen Figuren auf der Fassade des Gruselkabinetts hätten bei seinem Sohn einen so intensiven Eindruck hinterlassen, dass er sich nach Angaben des Vaters noch am Abend vor dem zu Bett gehen gefürchtet habe, heißt es in der Anzeige. Der Vater gab an, dass sein Sohn ihn nachts gefragt hätte, wie es denn den Menschen geht, die er auf der Geisterbahn gesehen hat.

Die Beamten der Polizeiinspektion Neustadt an der Aisch hielten die Anzeige des 46-Jährigen zunächst für einen Scherz. Sie vermuteten der Mann sei möglicherweise angetrunken und ließen ihn erst einmal in den Alkomaten pusten, obwohl der Mann – wie sich zeigte – stocknüchtern war. Das, obwohl er auch noch mit der Beschwerde nachlegte, dass auch die Schreie aus einem Fahrgeschäft in der Nähe des Kinderkarussells nicht zu akzeptieren seien.

Inspektionsleiter SiegfrIed Archut riet dem Familienvater von einer Anzeige ab. “Aus unserer Sicht ist kein Tatbestand gegeben”, erklärte Archut am Donnerstag der dpa. “Ich habe mir das Schaugeschäft persönlich angesehen und es ist ein ganz normales Geisterhaus – weder besonders erschreckend, noch auffällig blutrünstig.” Da der Familienvater trotzdem auf seiner Anzeige beharrte, sei der Vorgang schließlich an die Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth und das Jugendamt weitergeleitet worden. Die Staatsanwaltschaft wird die Anzeige aber wohl fallen lassen.

Geisterbahnen sind...

Zu den Ergebnissen

Im Gespräch mit unserem Reporter hat sich bereits der Besitzer der Geisterbahn “Magic House”, Andreas Kutschenbauer, geäußert. Er kann den Vorwurf nicht im Geringsten nachvollziehen. Denn, so argumentiert er, traditionelle Märchen seien nicht weniger grausam – in Hänsel und Gretel zum Beispiel werde die Hexe bei lebendigem Leib verbrannt. (dpa – red)

Zuletzt aktualisiert:  von
Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

Kommentare

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15 Antworten auf Geisterbahn: Anzeige wegen Gewaltverherrlichung

  1. D.M. sagt:

    Also ich komme selbst aus Neustadt und habe selber kleine Kinder. Die haben davor keine Angst gehabt als wir daran vorbeikamen. Auch wenn gegenüber das Kinderkarussell ist bzw. jetzt war. Die kleinen haben da keine Augen für die Geisterbahn gehabt nur wenn die Eltern davor stehen und Stundenlang mit Bekannten geredet haben. Der Mann hat einfach keine Hobbys.

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  3. A.M sagt:

    Da hat aber jemand wirklich viel langeweile!

    Nee gibt echt Menschen die haben scheinbar nichts zu tun und suchen sich was

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  4. Fröbel sagt:

    Ist es nicht gruseliger mit den ganzen Tüben die schrawz angemahlt und im Gesicht lauter Pirinsings haben bei uns in Neustadt oder Diespeck. Ich möchte wissen wie dieser doch gebiltet Mann dies gruseligen lebenden Menschen seinem Kind erklärt.
    Und wer zahlt den ganzen Verwaltungs Aperat, der kleine Mann, weniger Die die Betriebe verwalten.
    Könnte man da nicht erst vernüftig miteinder Reden??
    Ach ja ist diese Karussel Anordnung nicht schon mindestenz 30 Jahre so???

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  5. Angelika sagt:

    Muß man denn ein Kinderkarussel für die kleinen ausgerechnet neben einer Geisterbahn platzieren? Haben die Schausteller kein Feingefühl???
    Kinder nehmen anders wahr als Erwachsene, das wissen wir doch nicht erst seit gestern -
    da hinkt auch das “Argument”, Hänsel und Gretel wäre ein Schauermärchen.

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  6. Danny sagt:

    Es ist schon viel zu viel Arbeit überhaupt etwas zu diesem Thema zu berichten. Das war bestimmt so ein “Supervater”, der die Stadt anzeigen würde, wenn die Bushaltestelle seines Kindes um 50 Meter nach hinten versetzt werden würde. Das Kind müsste dann ja weiter laufen. Ich weiß nicht wer solchen Leuten ins Hirn gesch**?!? hat.

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  7. curryking98 sagt:

    Geisterbahnnen sollten nicht gruselig sondern toll sein.

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  8. curryking98 sagt:

    Hänsel und Gretel ist ein tolles Märchen und soll nicht verbietet werden. Der hersteller ist **?!%**.

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  9. curryking98 sagt:

    Wie kann man für kleine Kinder ein karusel neben der Geisterbahn bauen? Das ist mir ein rätsel Xd.

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  10. curryking98 sagt:

    Der Hersteller von der geisterbahn ist gemeint. Und bei der Geisterbahn das Omen Läuft so ein hässlich verkleideter
    mann mit einer echten Motorsäge und will menschen töten rrrrrr .

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  11. Curryking98 sagt:

    Gebrüder Grimm soll man nicht verbieten. Das ist nicht hässlich,, Da fließt kein “Blut” und man hört keine Schreie.

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  12. 1960 sagt:

    Geisterbahnen sollten so toll wie in brühl beim fantasialand
    sein.

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  13. Hedda1960 sagt:

    Als ich mal in einer Geisterbahn war kam plötzlich ein Spinne auf mich zu. Echt hässlich.

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  14. asdf movi sagt:

    haha

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  15. Adrian sagt:

    Ach von aussen sind geisterbahnen noch auszuhalten. aber inen drinnen ist diese zum fürchten.

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