Zucker im Kindertee: Goldener Windbeutel für Hipp

Instant-Tee wurde bei Foodwatch zum unverschämtesten Fall von Etikettenschwindel gewählt

Für ein kleines Kind, rund 1 Jahr alt, sollte Essen wirklich gesund sein. Kein Wunder, dass viele Kunden deswegen zu speziellen Kinderprodukten greifen. Pech nur, wenn der gesunde Tee sich als Zuckergranulat entpuppt.

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Sicher kennen Sie die Werbespots der Firma Hipp, in denen Firmenchef Claus Hipp im sonnendurchfluteten Obstgarten für seine Produkte wirbt: “Ihrem Baby zuliebe und für eine gesunde Umwelt – dafür stehe ich mit meinem Namen”. Für viele Eltern Grund genug, den Produkten der Firma zu vertrauen. Doch das, was die Firma Hipp als “Durstlöscher ” für Kinder ab 12 Monaten anbietet, kann nicht gerade als bestes Getränk für ein Kind gewertet werden – bestehen die Instant-Tees doch auch dann noch zu 3,8 Prozent aus Zucker, wenn sie angerührt sind. Pro 200 Milliliter Tasse trinken die Kleinen mit dem Tee also eine Zuckermenge von rund 2,5 Stück Würfelzuckern mit.
Nicht akzeptabel, findet der gemeinnützige Verein Foodwatch, der unabhängig Lebensmittel überprüft, um den Verbraucher zu schützen. In einer Umfrage unter 130.000 Teilnehmern wurde der Insant-Tee so zum Etikettenschwindel des Jahres erklärt – als “Preis” gibt es dafür den Goldenen Windbeutel.

Im Jahr 2009 hatte Actimel von Danone den Negativ-Preis bekommen, im Jahr 2010 der Monte Drink von Zott und im Jahr 2011 die Milch-Schnitte von Ferrero. Ferrero übrigens hatte den Goldenen Windbeutel übrigens abgelehnt – die Werbung für die Milchschnitte sei nicht irreführend. Auch Hipp betonte, dass der Begriff  ”Werbelüge” irreführend sei. Denn man bewerbe den Tee nicht.

Mit einer Foto-Serie, die zeigt, wie oft Produkte nicht das sind, was die Packung verspricht, macht sich gerade der Berliner Fotograf Samuel Müller einen Namen.

Die Firma Hipp hat bereits auf den Vorwurf registriert. So soll der Instant-Tee in Zukunft nicht mehr als “Durstlöscher” bezeichnet werden, die Inhaltsstoffe sollen bis zum Ende des Jahres verändert werden – dann soll der Tee ohne Zuckerzusatz produziert werden. Foodwatch reagiert auf dieses Entgegenkommen mit wenig Nachsicht: “Inakzeptabel ist jedoch nach wie vor, dass das Unternehmen seine Instant-Tees noch ein halbes Jahr lang wider besseres Wissen als geeignet für Kleinkinder empfehlen will, bis ein Nachfolgeprodukt marktreif ist – und das, obwohl Hipp wirklich geeignete Alternativen längst im Sortiment hat: Einfache Teebeutel.”  (foodwatch.de)

Laut Foodwatch wird Kindern als Getränk grundsätzlich Wasser empfohlen, auch verdünnte Fruchtsäfte und ungesüßte Tees sind akzeptabel. Im Gegensatz dazu ordne der Bundesernährungsministerium geförderte aidInfodienst die Hipp-Tees ab dem 12. Monat in der Ernährungspyramide auch als Süßigkeit ein. Wenn Kinder zu süße Getränke trinken, schaden sie nicht nur ihren Zähnen, sie gewöhnen sich auch an den Zuckergeschmack und erhöhen damit das Risiko für Übergewicht.

Tipps für eine gesunde Ernährung für Kinder:

  • Seien Sie ein gutes Vorbild: Wenn Sie sich gesund ernähren, gewöhnt sich auch Ihr Kind daran
  • Achten Sie auf ausreichend Obst und Gemüse – Nahrungsergänzungsmittel sind bei einem gesunden Kind unnötig
  • Achten Sie darauf, verschiedene Geschmackssorten (salzig, sauer, scharf, süß,..) anzubieten – wer eine Geschmacksrichtung bevorzugt, ernährt sich in den meisten Fällen einseitig
  • Mehr als drei Speisen sollten nicht auf der Tabu-Liste stehen – der Rest sollte zumindest probiert werden
  • Das Auge isst mit – das gilt vor allem auch bei Kindern. Ein gesundes Pausenbrot wird eher gegessen, wenn es hübsch angerichtet ist
  • Wasser ist äußerst wichtig – weil Fruchtsäfte sehr viel zZucker enthalten, sollten sie mindestens 1:1 mit Wasser verdünnt werden
  • Behalten Sie Kontrolle über Süßigkeiten – sie sollten eine Ausnahme bleiben und am ehesten nach dem Essen gegessen werden. Wenn Sie zu oft nachgeben, gewöhnt sich ihr Kind an die Zuckermenge

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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