Schlangen-Angst in Augsburg

In Schwaben sucht man fieberhaft nach dem Täter - viele Bürger sind verunsichert

Wo kommen die Riesen-Boas her? Im Augsburger Stadtteil Inningen scheint ein Unbekannter sein Terrarium ausgeleert zu haben. Ein Experte warnt: Kleinkinder passen durchaus ins Beuteschema der Tiere!

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Auf seine zwei Meter Länge hat sich die Schlange auf einem Feldweg zusammengerollt – für die Radfahrerin, die die Boa constrictor am Montag in Augsburg fand, ein echter Schock. Sofort wurde die Feuerwehr alarmiert, die fing das rund 10 Jahre alte Tier ein. Doch damit war der Schlangealarm noch lange nicht vorbei: Wenige Stunden später wurde an der gleichen Stelle wieder eine Schlange gefunden. Ein Fußgänger entdeckte die zweite Riesen-Boa, auch sie rund 2 Meter lang und um die 10 Jahre alt. Die Feuerwehr musste diesem Exemplar mit Drehleiter und Wärmebildkamera nachspüren, bis sie gefangen werden konnte.

Jetzt befinden sich die Schlangen im Augsburger Tierheim. Die Experten vor Ort gehen davon aus, dass die Schlangen noch nicht lange in freier Natur unterwegs waren. Das könnte darauf hindeuten, dass sie in der Nacht auf Montag ausgesetzt wurden. Aber die Tiere sind krank, laut augsburger-allgemeine.de sieht die Prognose für sie sehr schlecht aus.

Woher kommen die Riesen-Boas?

Die Polizei sucht fieberhaft nach dem Herkunfsort der Tiere – denn solange niemand gefunden werden kann, der die Schlangen ausgesetzt hat, ist auch nicht klar, ob noch mehr Riesenboas unterwegs sind. Möglicherweise hat jemand sein gesamtes Terrarium in Augsburg ausgeleert. Er hätte damit gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Zeugen, die bei der Suche helfen können, haben sich noch nicht gemeldet.

2008 hat das Bayerische Innenministerium beschlossen, dass die Boa constrictor nicht mehr als gefährliches Tier gilt. Die Haltung von Riesenboas ist damit nicht meldepflichtig, kaufen kann man auch die gefährlichsten Reptilien im Internet.

“Wir haben den Eindruck, dass es seit einigen Jahren mehr Einsätze mit Reptilien gibt“, sagt Feuerwehrsprecher Friedhelm Bechtel gegenüber augsburger-allgemeine.de. „Offenbar gibt es mehr Leute, die sich einbilden, irgendein außergewöhnliches Tier halten zu müssen.”

Sind die Tiere gefährlich?

Zwar warnt die Feuerwehr vor Panik, leichtfertig sollte man jedoch nicht auf die Vorfälle reagieren. Der Pressesprecher der Feuerwehr Friedhelm Bechtel meinte auf Nachfrage von augsburger-allgemeine.de: “Ich habe ein ungutes Gefühl, dass da noch mehr Schlangen sind.”

Auch, wenn die Tiere offiziell nicht mehr als gefährlich gelten, sollten auch Erwachsene nach der Meinung von Robert Riener, Reptilienkurator des Haus des Meeres in Wien, vorsichtig sein. In einem Gespräch mit dem österreichischen Zeitungsportal krone.at sagt er, dass spätestens ab einer Länge von 3Metern mit einer Boa Constrictor nicht zu spaßen sei,  Kleinkinder passten durchaus ins Beuteschema. 3 Meter lange Würgeschlangen würden aus rund 20 bis 30 Kilogramm purer Muskelmasse bestehen, und aus deren Griff würde man sich ohne Hilfe wohl nicht mehr befreien können.

Wenn die Nächte kälter werden, sieht es allerdings schlecht aus für Boas in freier, bayerischer Natur: Um zu überleben, brauchen sie Wärme.

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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