“Wo Baden krank machen kann” – mit diesem beunruhigenden Titel überschreibt der ADAC seinen aktuell veröffentlichten Badesee-Test. Der Grund: Die Werte in einem Fünftel der Messstellen war unterdurchschnittlich, “fiel durch”. Und das heißt, dass an einigen Seen ein Badeverbot herrschen sollte – zumindest wenn es nach dem Umweltbundesamt gehen würde. Die vom Amt vorgegebenen Grenzwerte wurden aber zum Beispiel für Bayern noch nicht übernommen. In Bayern sind der Badestrand Ramsberg am Großen Brombachsee, der Badestrand Seewinkel am Ammersee und der Badestrand Percha in Starnberg bedenklich. Die gute Nachricht des Tests: der Großteil der bayerischen Seen ist unbedenklich. Bestnoten gibt‘s für den Badestrand Seebruck am Chiemsee oder der Badestrand Inning am Ammersee. Und auch am Südbad Tutzing am Starnberger See kann man das Wasser noch unbeschwert genießen.
Gemessen hat der ADAC zwischen Juni und August 2011. Es wurden jeweils drei Wasserproben pro Messstelle entnommen – im flachen Wasser. Klar: Flaches und damit wärmeres Wasser ist naturgemäß stärker belastet. Aber: Hier spielen und planschen nun mal besonders gerne kleine Kinder. Deswegen fordert der ADAC auch die Strandverantwortlichen auf, die problematischen und gefährdeten Bade- und Strandbereiche regelmäßig und gründlich zu reinigen.
Erstaunlich ist, dass an den verschiedenen Badestränden der bayerischen Seen völlig unterschiedliche Messwerte auftreten.
Risiko für Kinder?
Zu viele Keime im Wasser können gerade bei Kindern Infektionen auslösen. Für die besonders gefährlichen Darmbakterien ist häufig Tier- und Vogelkot verantwortlich, der zum Beispiel über Kläranlagenausläufe, Regenüberlaufbecken oder naturgedüngte Äcker ins Wasser gelangt – oder eben größeren Ansammlungen von Wasservögel zu verdanken ist.
Der ADAC hat in seinem Test gezielt nach den Keimen Escherichia coli (E. coli) und Intestinale Enterokokken (IE) gefahndet. Beide können laut ADAC zwar auch selber Krankheiten verursachen, dienen aber vor allem als Indikatoren für die Existenz noch gefährlicherer Krankheitserreger und bestätigen die Nähe einer entsprechenden Verschmutzungsquelle.
Werden bestimmte Werte überschritten, besteht das Risiko einer Magen-Darm-Infektion. “Bestenfalls”, wie der ADAC meldet. Theoretisch können sie auch Gelbsucht oder eine Hirnhautentzündung auslösen. Laut EU-Kommission stecken sich selbst bei ausgezeichneter bis guter Gewässerqualität 2,5 bis 5 Prozent der Badenden mit einer Magen-Darm-Infektion an. Ist die Qualität schlechter, steigt das Risiko.
Welche Erfahrungen haben Sie an den bayerischen Seen gemacht und wo baden Sie am liebsten?
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