Wenn die Öl-Heizung läuft, dann braucht sie auch extra Strom: Das hat unsere Münchner Testfamilie am meisten überrascht. Doch die alten Heizungspumpen im Keller waren nicht die einzigen Stromfresser, die der Energieberater vom Verbraucherschutz im Alltag des Ehepaars gefunden hat. Wo die heimlichen Stromfresser liegen, das sehen Sie jetzt schon in unserem Vorschau-Video! Außerdem haben wir die wichtigsten Fakten hier noch einmal für Sie zusammengefasst.
Das sagt der Energieberater beim Besuch unserer Testfamilie:
- Kühlschrank, 2 Jahre alt, eingestellt auf rund 7 Grad, durchschnittlich gefüllt: Laut Energieberater hat das Gerät einen Verbrauch von 100 Kilowattstunden pro Jahr – ein alter Kühlschrank würde über das Doppelte verbrauchen, Empfehlung: gegebenfalls Temperatur höher einstellen
- Heizung: Heizungspumpen sind heimliche Stromfresser. Alte Pumpen (keine Hocheffizienz-Pumpen) verbrauchen jeweils 250 Kilowattstunden, Empfehlung: Hocheffizienz-Pumpen einbauen. Die brauchen rund 4/5 weniger Energie, das wären rund 50 Euro Ersparnis pro Jahr und Pumpe
- alter Gerfrierschrank: verbraucht bis zu 300 Kilowattstunden pro Jahr, Empfehlung: mit einem neueren Gerät sparen Sie die Häfte an Strom
- Waschmaschine: Unsere Testfamilie wäscht Kochwäsche mit 60 Grad, den Rest mit 40 Grad. Dafür gibt’s vom Energieberater ein Lob, denn umso heißer gewaschen wird, umso teurer wird’s. Empfehlung: Werfen Sie einen Blick in die Gebrauchsanleitung Ihrer Maschine – da sehen Sie, wie viel Strom die Maschine in den unterschiedlichen Waschgängen tatsächlich verbraucht
- Stromrechnung: Unsere Testfamilie verbraucht 5.000 Kilowattstunden Strom im Jahr, der Berater meint: Wenn Sie auf die heimlichen Stromfresser achten, können Sie den Verbrauch um durchschnittlich 20 Prozent reduzieren, das macht in diesem Fall rund 200 Euro pro Jahr. Empfehlung: Konzentrieren Sie sich für den Anfang auf die Geräte, die unmerklich ihre Arbeit tun (wie zum Beispiel der alte Kühlschrank im Keller) und verbessern Sie deren Effizienz
Strom sparen vs. Strompreis senken
In Zeiten der Energiewende wird viel an den Schräubchen der Energiegewinnung gedreht – was dazu führt, das die Verbraucher mit steigenden Strompreisen leben müssen. Nicht nur für Privatleute weiten sich diese Zusatzkosten zu einem Problem aus, viele Unternehmer können deswegen kaum noch auf eine gute Bilanz hoffen. Wirtschaftsminister Zeil fordert deshalb bereits, die Stromsteuer umzubauen. In gleichem Maße wie alternative Energielieferanten ausgebaut werden, solle auch der Strompreis sinken. Sonst, so Zeil, wird’s unaufhaltsam teurer: “Bis 2022 könnten die Strompreise nach Ansicht von Fachleuten noch einmal um bis zu 70 Prozent steigen”. Am teuersten kommt der Ausbau etwa der Windkraft aber auch der Leitungsnetze.
Der Bund Naturschutz hingegen hat für Bayern ein eigenes Klimaschutz- und Energiespargesetz verlangt – mit dem Aufbau einer flächendeckenden Energiesparberatung und einem Anschub dezentraler Stromerzeugungs- und Speicherkonzepte.
BN-Landeschef Hubert Weiger ist dabei der genau gegenteiligen Meinung wie der Wirtschaftsminister: “Gemeinsam mit den alten Atomstromkonzernen und Gegnern der Energiewende wird der Stromverbrauch von Großunternehmen subventioniert und der unsinnige Neubau von Stromautobahnen oder Pumpspeicherwerken propagiert”, sagt er. (dpa – red)






