Geburtstag! – Fredl Fesl wird 65

SAT.1 BAYERN hat den Kult-Musiker auf seinem Hof in Pleiskirchen getroffen

“Der Arzt hat zu mir gesagt, ich hab zu hohe Ansprüche” – der an Parkinson erkrankte, bayerische Liedermacher Fredl Fesl hat seinen Humor nicht verloren. Auch, wenn er es zu seinem anstehenden Jubiläum etwas langsamer angehen lässt. Ein Mann, der uns immer noch Freude macht!

120705_fredl_maz_sa.m4v 120705_fredl_maz_sa.m4v

VIDEO: Das Interview mit Fredl Fesl

In den 70er Jahren machte er sich auf Münchens Kleinkunstbühnen einen Namen. Und schon nach kurzer Zeit ist dem in Grafenau in Niederbayern geborene Fredl Fesl und seinem Publikum klar, was dieser Mann kann: Die Leute mit bayerischen Texten und den ihm eigenen “melankomischen” Liedern fantastisch unterhalten. Zu Beginn übrigens war Querkopf Fesl in der Kleinkunst-Szene dabei, ohne selbst der Star des Abends zu sein – denn nach eigener Aussage hatte Fredl Fesl nur die Gitarre im Gepäck, um als vermeintlich auftretender Musiker den Eintritt zu erschleichen.

So oder so: Was er dichtete und sang, wurde in den 30 Jahren auf der Bühne Kult. Hier nur ein paar kleine Auszüge aus seinen Texten:

Obacht – dieses Schild hängt in der Werkstatt von Fredl Fesl (Foto: SAT.1 BAYERN)

Fredl Fesl – Das Fußballlied

“Einer ist meist schwarz gekleidet
hat ein Ding auf dem er pfeift
Und die Spieler sind beleidigt
wenn er in die Tasche greift
Denn da drin da hat er Karten
gelb und rot recht gut gemischt
Die zeigt er dann dem Spieler
der nach seinem Gegner drischt
Plötzlich müllerts vor dem Kasten
das Volk schreit „Uwe“ wie mir scheint
Da schießt der Müller knapp daneben
denn er war ja nicht gemeint”

Fredl Fesl  - Das Lied vom Rausch

Eine typische Fesl-Erfindung: Die “Schunkel-Hilfe” (Foto: SAT.1 BAYERN)

“I hab n hoambracht bis vor’s Haus
Da läut der Depp sei Oide raus
Und schreit ihr zu bevor’s d mi drischt
Mir hab’s nein Bier an Rausch nei gmischt
Mir hab’s an Rausch neig mischt”

Fredl Fesl – Ritter Hadubrand

“Er liebte einst ein Mägdelein und ging mit ihr Verlöbnis ein,
Der Ritter war ein finstrer Mann den niemand richtig leiden kann,
Mägdelein sei nicht dump, lass ihn laufen diesen Lump,
Mägdelein sei doch schlau, lass ihn laufen diese Sau”

Seine langen Anmoderationen bei Live-Aufritten, das Gitarren-Spiel, seine Wort-Akrobatik – all das ist für Fredl Fesl mittlerweile anstrengend geworden. Grund ist eine Parkinson-Krankheit, unter der der bayerische Musiker seit 1997 leidet – seit 2006 ist es vorbei mit Tourneen

Obwohl er nicht mehr auf der Bühne sein kann, schreibt er dennoch neue Lieder und Werbespots. Und er frönt seinem Hobby, dem Fischen. Am liebsten aber verbringt der Vater zweier Töchter die Zeit zusammen mit seiner Frau auf dem Bauernhof. Anrührend und ein wenig traurig liest sich seine vorläufige Bilanz eines Künstlerlebens: “Eigentlich bin ich mit mir sehr zufrieden. Wenn ich nicht so bescheiden wäre, wäre ich vielleicht sogar ein bisschen stolz auf mich.”

Am Samstag feiert er mit rund 120 Gästen auf seinem Bauernhof seinen 65. Geburtstag – und wir sagen jetzt schon: Alles Gute! (dpa – red)

Zuletzt aktualisiert:  von
Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

Kommentare

*

Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.