Lange hat sich kaum einer gewundert, wenn Arbeitslose in Bayern sich darüber beklagten, wie schwer es sei, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Jetzt allerdings scheint sich zumindest in einigen Bereichen das Blatt gedreht zu haben: Arbeitgeber suchen händeringend nach Unterstützung, Arbeitnehmer können die Jobsuche wieder eher auf die leichte Schulter nehmen. Ein Beispiel für diese neue Situation: Johannes Mittermaier.

“Kopfgeld-Pauschale”: Wenn die Mitarbeiter von Johannes Mittermeier Unterstützung anwerben, bekommen sie 300 Euro pro neu abgeschlossenem Vertrag!
Der Friseurmeister aus Poing betreibt insgesamt 4 Salons in Ober- und Niederbayern und sucht dringend Unterstützung, seien es “nur” engagierte Azubis. Doch selbst mit Hilfe des Arbeitsamts ist er nicht weit gekommen. Von über 20 Vorschlägen meldeten sich nur zwei Bewerbe tatsächlich bei Mittermaier, nur eine Friseurin kam zum Vostellungsgespräch – die andere sagten wegen aktuellen Urlaubsplänen einen zeitigen Arbeitsbeginn ab. Die Kandidatin, die es bis ins Vorstellungsgespräch “geschafft” hatte, weigerte sich, ihre Fingernägel zu kürzen. – Ein Einzelfall?
Nicht unbedingt, denn so niedrig wie derzeit waren die Arbeitslosenzahlen im Freistaat schon seit 20 Jahren nicht mehr – gut für Jobsuchende, schwierig für manchen Arbeitgeber. Denn zeitgleich steigt der Fachkräfte-Mangel.
Laut Handelsblatt macht sich der Fachkräftemangel besonders in den Kindertagestätten bemerkbar. Sozialökonomen beziffern den aktuellen Bedarf auf mehr als 25.000 Erzieher – und sehen für das Kita-Versprechen der Bundesregierung schwarz (“Anspruch auf einen Krippen-Platz ab 2013″).



