Friseure gesucht: Keine Lust auf Arbeit?

Wenn's für ein Job-Angebot nur seltsame Ausreden gibt, dann ist was faul

Hoch ausgebildete Fachkräfte suchen wir uns mittlerweile schon im Ausland – so schlecht schaut’s mit entsprechenden Bewerbern auf dem bayerischen Arbeitsmarkt aus. Doch hätten Sie damit gerechnet, dass schon beim Friseur um die Ecke Mitarbeiter-Flaute herrscht?

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Lange hat sich kaum einer gewundert, wenn Arbeitslose in Bayern sich darüber beklagten, wie schwer es sei, einen Arbeitsplatz zu bekommen. Jetzt allerdings scheint sich zumindest in einigen Bereichen das Blatt gedreht zu haben: Arbeitgeber suchen händeringend nach Unterstützung, Arbeitnehmer können die Jobsuche wieder eher auf die leichte Schulter nehmen. Ein Beispiel für diese neue Situation: Johannes Mittermaier.

“Kopfgeld-Pauschale”: Wenn die Mitarbeiter von Johannes Mittermeier Unterstützung anwerben, bekommen sie 300 Euro pro neu abgeschlossenem Vertrag!

Der Friseurmeister aus Poing betreibt insgesamt 4 Salons in Ober- und Niederbayern und sucht dringend Unterstützung, seien es “nur” engagierte Azubis. Doch selbst mit Hilfe des Arbeitsamts ist er nicht weit gekommen. Von über 20 Vorschlägen meldeten sich nur zwei Bewerbe tatsächlich bei Mittermaier, nur eine Friseurin kam zum Vostellungsgespräch – die andere sagten wegen aktuellen Urlaubsplänen einen zeitigen Arbeitsbeginn ab. Die Kandidatin, die es bis ins Vorstellungsgespräch “geschafft” hatte, weigerte sich, ihre Fingernägel zu kürzen. – Ein Einzelfall?

Nicht unbedingt, denn so niedrig wie derzeit waren die Arbeitslosenzahlen im Freistaat schon seit 20 Jahren nicht mehr – gut für Jobsuchende, schwierig für manchen Arbeitgeber. Denn zeitgleich steigt der Fachkräfte-Mangel.

Bayerns Wirtschaft fordert mehr Einsatz von Gesellschaft und Politik. Hauptgeschäftsführer Bertram Brossardt warnte bereits letztes Jahr: “Bereits 2015 wird deutschlandweit rund eine Million Arbeitskräfte mit Hochschulabschluss fehlen, außerdem 1,3 Millionen Personen mit einem Berufsabschluss.” Schon 2015 könnten 17 Prozent der angebotenen Stellen für Ingenieure nicht besetzt werden. Allein in Bayern würden in vier Jahren bereits 520.000 Fachkräfte fehlen – wenn sich nichts ändere. Angesichts der wachsenden Zahl älterer Menschen werde zudem der Bedarf an Gesundheitsdienstleistungen kräftig steigen.

Laut Handelsblatt macht sich der Fachkräftemangel besonders in den Kindertagestätten bemerkbar. Sozialökonomen beziffern den aktuellen Bedarf auf mehr als 25.000 Erzieher – und sehen für das Kita-Versprechen der Bundesregierung schwarz (“Anspruch auf einen Krippen-Platz ab 2013″).

 (dpa – red)

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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