Nach Stalker-Mord in Vohenstrauß: Alexander S. vor Gericht

Der 23-Jährige soll die junge Mutter erstochen haben, weil sie seine Liebe verschmähte

Die Leiche einer jungen Frau, ein kleines Mädchen, das seine Mutter verloren hat und ein Mann, dessen Liebe außer Kontrolle geraten sein soll – über 50 Zeugen und 5 Sachverständige sollen vor dem Landgericht Weiden klären, was im November des letzten Jahres wirklich passierte.

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Aktuell: Alexander S. muss für 13 Jahre hinter Gitter

Aus verschmähter Liebe soll der 23-Jährige Alexander S. im oberpfälzischen Vohenstrauß die junge Mutter Stephanie S. ( †21) erstochen haben. Wegen Mordes muss sich der Mann jetzt vor dem Landgericht Weiden verantworten.

Der Verteidiger des 23-Jährigen verlas zum Prozessauftakt a eine Erklärung seines Mandanten. Demnach tut dem 23-Jährigen vor allem die Tatsache leid, dass das Kind des Opfers nun ohne Mutter aufwachse. An Einzelheiten der Tat will sich der Angeklagte aber nicht mehr erinnern können.

Laut Anklage hatten sich Opfer und Täter 2010 beim Online­spiel “World of War­craft” ken­nen­ge­lernt. Für Alex­an­der war es wohl die erste Frau­en­be­kannt­schaft. Er begann die junge Frau zu bela­gern, suchte sich sogar einen Hilfs­job ihn ihrer Hei­mat­ge­meinde. Doch Ste­pha­nie hatte kein Inter­esse. Sie sagte ihrem Stal­ker, dass sie mit ihrer klei­nen Toch­ter glück­lich sei. Der Fall lan­dete sogar einen Tag vor der Tat bei der Poli­zei, dort war Alex­an­der ermahnt wor­den, die junge Mut­ter in Ruhe zu las­sen. Dass Alex­an­der schluss­end­lich so die Kontrolle verloren zu haben scheint, damit hatte hier kei­ner gerechnet.

Ent­deckt wurde die Lei­che der 21-jährigen Ste­pha­nie am Frei­tag­abend von ihren Nach­barn, blut­über­strömt. Zuvor war die junge Frau laut Anklage an ihrer Haus­tür von Alex­an­der S. über­rascht wor­den. Anschei­nend stach er demnach direkt mit einem Küchenmes­ser auf sie ein, erwischte unter ande­rem die Hals­schlag­ader. Ste­pha­nie schaffte es mit letz­ter Kraft in den ers­ten Stock, rief um Hilfe. Dann brach sie zusammen, verblutete im Hausflur.  Nach der Flucht alarmierte der Angeklagte die Polizei und wurde festgenommen.

Es sind zunächst fünf Verhandlungstage bis zum 25. Juli angesetzt. Gehört werden sollen 53 Zeugen und 5 Sachverständige. (dpa – red)

Was sind Stalker für Menschen?

“Stalker sind Menschen mit einem geringen Selbstwertgefühl. Sie leiden häufig unter Persönlichkeitsstörungen bis hin zu Psychosen. Dies erklärt, warum viele Stalker völlig uneinsichtig und vernünftigen Argumenten gegenüber nicht aufgeschlossen sind. Durch ihre Psychose leiden die Täter unter einem Verlust des Realitätssinns. Stalker fühlen sich von ihrem Opfer meist gedemütigt, bewerten dessen Verhalten falsch, sehen sich selbst als Opfer oder wollen über andere Macht ausüben.

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Kurzum: Stalker sind psychisch krank und bedürfen einer psychotherapeutischen – und im Falle einer psychotischen Erkrankung – einer medikamentösen Behandlung.

Die größte Gruppe der Stalker sind verlassene und/oder zurückgewiesene Liebhaber, die sich ungerecht behandelt fühlen. Durch ihr Nachstellen und Auflauern wollen sie ihren Partner zurückgewinnen oder bestrafen. Diese Stalker fühlen sich zutiefst gedemütigt und in ihrem Ego verletzt. Gleichzeitig sind sie aber schüchtern und leiden unter einer sozialen Inkompetenz, was ihnen die Kontaktaufnahme erschwert und sie somit quasi in ihren Augen zum Singledasein verdammt sind.

Es gibt auch Stalker, die in das Opfer verliebt sind und auf diesem Weg den anderen zu einer Partnerschaft bewegen wollen. Andere wollen einfach nur testen, ob sie das Opfer für sich gewinnen können.” (Quelle: psychotipps.com)

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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