Elefanten-Zoff in Bad Tölz

"Das sind Glücksbringer" – Ein bayerischer Querulant kämpft gegen die Stadtverwaltung

Zwei thailändische Elefanten haben es im oberbayerischen Bad Tölz zum Politikum geschafft: Sie sollen nämlich umziehen, weil der Bürgermeister sie als unerlaubte Werbung betrachtet. Doch weil der Elefanten-Besitzer das ganz anders sieht, sind die Dickhäuter jetzt sogar abgehoben.

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Die Stadtverwaltung Bad Tölz mag’s eigentlich gern wuchtig – allerdings lieber in Form von Blumentöpfen.

Robert Habel, Besitzer eines Thai-Restaurants im schönen Bad Tölz, hat Ärger – man könnte auch sagen: Er macht Ärger – nicht ganz ungern.

Der Grund dafür sind seine zwei Elefanten: schneeweiß, aus Beton-Gips, rund 200 Kilo schwer und über einen Meter hoch. Die beiden hat Habel per Schiff aus Thailand importieren lassen, um sie als Glücksbringer für sein Lokal zu nutzen. Seiner Aussage nach sogar mit der Erlaubnis des Stadtbaumeisters kamen die beiden Tiere also in Bayern an – und bekamen einen schönen Platz links und rechts vom Eingang des Lokals.

Auch die Gebetsfahnen an Habels Thai-Restaurant stehen demnächst auf dem Prüfstand.

Eine nette Sache, könnte man meinen. Ist aber nicht so, findet man im Tölzer Rathaus schon kurz nach Ankunft der Exoten. Schnell trudelt bei Habel ein schriftlicher Bescheid des Bürgermeisters Josef Janker ein, in dem sogar mit einer “kostenpflichtigen Entfernung Ihrer Ablagerungen” gedroht wird: Die Elefanten vor dem Restaurant seien unzulässige Werbung. Jeder Tag, an dem die Tiere sich auf Tölzer Boden breit machten, könne demnach 5.000 Euro kosten, beschreibt Habel die Drohung. Bürgermeister Jankel spricht im SAT.1 BAYERN-Interview hingegen von seiner Sorge, dass den Elefanten einiges folgen könne: “Dann könnte ein Metzger darauf kommen, dass er da ein Schweindl vor seinen Laden hinstellt, oder dann steht eine Kuh vorm Käs’laden.”

Rechtsfreier Raum?: Jetzt schweben die Elefanten auf Podesten über dem Tölzer Boden

Doch so einfach trennt sich ein echter Elefanten-Freund nicht von seinen Tieren: Zunächst bekamen die beiden in der Hoffnung auf bessere Integration Lederhos’n und Trachtenhut angezogen,  jetzt sind sie sogar abgehoben: Damit die Elefanten nicht als Gehwegbehinderung und Standwerbung gelten,  hat Habel sie nämlich jetzt auf einem Wandpodest befestigt. Die Argumentation des Querulanten: Orientierte sich das Verbot der Tölzer Stadtverwaltung am Straßen- und Wegegesetz, könne bei “Schwebe-Elefanten” nur das Luftfahrtgesetz greifen. Das wiederum gelte erst ab einer Höhe von 26 Metern. Und damit segeln die Elefanten derzeit im rechtsfreien Raum…

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

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