Ob es in Bayern vom Norden in den Süden geht, oder vom Süden in den Norden: Die A9 zwischen Allershausen und dem Kreuz Neufahrn ist ein wichtiger Knotenpunkt, eine sinnvolle Umfahrung kaum möglich. Und ausgerechnet auf dieser Strecke wird seit rund 2 Monaten ununterbrochen gebaut – bis in diese Sommerferien hinein! Muss das denn sein?!
Ja – es muss, sagt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann: “Die Baustelle auf 15 Kilometern Länge haben wir mit viereinhalb Monaten sehr straff vorgegeben”. Bis Mitte Oktober soll das Chaos noch dauern – bis dahin werden Standspuren ausgebaut, die bei Verkehrsüberlastung zugeschaltet werden können und im Zuge dessen wird unter anderem auch der 40 Jahre alte Fahnbahnbelag saniert. Denn: Es musste etwas getan werden auf dem Nadelöhr der A9 – ohne zusätzliche Option war hier immer wieder Stop-an-Go angesagt. Das nervte auch schon vorher die rund 100.000 Autofahrer, die den Streckenabschnitt täglich nutzen.
Für die 15 Kilometer Baumaßnahme werden insgesamt 36 Millionen Euro fällig. Das ist ein bisschen mehr als sonst üblich. Das liegt laut Innenminister eben auch daran, dass man sich der zum Zerreißen gespannten Nerven der Autofahrer sehr wohl bewusst ist – und so sind die Bauunternehmen 7 Tage die Woche und 24 Stunden am Tag im Einsatz.
Es kracht, wir stehen

(Grafik: Autobahndirektion Südbayern)
Mit Urlaubslaune im Gepäck kann die Großbaustelle auf der A9 natürlich besonders nervig werden, die Verantwortlichen gehen aber davon aus, dass es in den Ferien dank weniger Pendler nicht ganz so schlimm wird. Allerdings hilft das alles nichts, wenn’s wieder Mal kracht. Laut Polizei hat’s auf der Großbaustelle seit ihrem Beginn Anfang Juni schon 210 Unfälle gegeben – das seinen mehr als 3 Mal so viel wie in dem Streckenabschnitt ohne Baustelle üblich. Wie immer ist meist ein zu geringer Abstand schuld, die Schäden halten sich in Grenzen – 30 Menschen wurden allerdings verletzt. Der tragischste Unfall passierte am Montagabend – ein Autofahrer kam dabei auf die verkürzte Leitplanke, die die Spuren in der Baustelle voneinander trennt, hob mit seinem Wagen ab und knallte in den Gegenverkehr. 3 Menschen wurden verletzt.
Obwohl die Autobahndirektion Südbayern plant, in der Baustelle neuartige “Dialog-Display-Systeme” zu testen, dürfte die Unfallrate mit der Reisewelle nicht unbedingt abnehmen – hatte es doch zunächst weniger gekracht, weil sich die Pendler an die Baustelle gewöhnt haben. Das dürften bei den Durchreisenden nicht der Fall sein. Besonders kritisch: Die Reisewellen an den Wochenenden.
Blick auf die Autobahn
Die Autobahndirektion Südbayern wirbt mit Einblicken auf das Geschehen auf der A 9 für Verständnis bei den Autofahrern: Die können sich auf der Internetseite der Direktion unter anderem über Web-Cams ein Bild von der Verkehrs- und Baustellenlage machen, häufig gestellte Fragen werden schon im Vorfeld freiwillig beantwortet – laut Polizei gibt’s aber trotzdem noch täglich Beschwerde-Mails. Den meisten Ärger bekommen aber die Bauarbeiter vor Ort ab. In ein paar Monaten bekommen die wohl neuen Stoff – denn der 2. Bauabschnitt auf der A9 – zwischen Allershausen und dem Dreieck Holledau – steht noch bevor.



die Baustellenkameras der Autobahndirektion Südbayern können auch auf der BayernInfo Seite unter http://www.bayerninfo.de/webcams/webcam-muenchen-nuernberg eingesehen werden. Dort sieht man neben den Bildern auch die aktuelle Verkehrslage im Bauabschnitt und auf weiteren bayerischen Autobahnen!
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