Glockengeläut stoppt NPD-Kundgebung

Kirchenvorstand Klaus Erler muss wegen des Extra-Lärms allerdings mit einer Anzeige rechnen

Die Kirchenglocken der evangelischen Gemeinde in Nürnberg-Langwasser haben gestern ganze Arbeit geleistet. Während einer geplanten Kundgebung der NPD tönten sie rund eine Stunde so laut, dass die Rechten ungehört das Feld räumen mussten.

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Ein paar NPD-ler, knapp 2.000 Gegendemonstranten. In Nürnberg hatten die Rechten am Mittwoch nicht gut lachen, war ihr geplanter Stopp der “Deutschland-Tour” in Nürnberg Lengwasser doch mehr als unerwünscht! Als besondere Provokation empfanden es die Gegendemonstranten, dass der NPD-Infostand nur wenige Meter entfernt von dem Ort geplant war, an dem ein türkischer Schneider von der rechtsextremen NSU getötet worden war.

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Die Gegendemonstranten empfingen die Rechtsextremen mit Trillerpfeifen, Sirenen und Buhrufen und forderten, öffentliche Auftritte rechtsextremer Gruppen zu verhindern. Unter ihnen, oder besser hoch über ihnen, machte auch Kirchenvorstand Klaus Erler seinem Ärger Luft. Er ließ die riesigen Kirchenglocken läuten, schmetterte dazu christliche Lieder durchs Mikrofon. So war kaum zu verstehen, welche Botschaft die NPD auf dem Maffaiplatz unters Volk bringen wollte.

Einen ähnlichen Fall hatte es schon im Jahr 2006 gegeben. Damals hatte der Miltenberger Pfarrer Ulrich Bohm ebenfalls mit Kirchengeläut gegen die NPD demonstriert. Weil er damit aber die Versammlungsfreiheit der NPd-ler störte, musste er damals 2.000 Euro Strafe zahlen.

Doch nicht nur der Kirchenvorstand muss möglicherweise mit Folgen leben. Ganz ohne Ausschreitungen ging die Demonstration in Nürnberg nicht über die Bühne. Autonome lieferten sich Auseinandersetzungen mit der Polizei, sie wollten die Absperrung durchbrechen. Die Polizei ging mit Reizgas und auch Schlagstöcken gegen die Gegendemonstranten vor. Der Großteil der Demonstranten blieb allerdings friedlich.

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Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN

Kommentare

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Eine Antwort auf Glockengeläut stoppt NPD-Kundgebung

  1. Elke K. sagt:

    Ein sehr schöner Bericht vor allem da es uns als aktiven Teilnehmern der Gegendemonstration natürlich auch sehr gefreut hat was Kirchenvorstand Erler da geleistet hat.
    Dennoch muss gesagt sein dass nicht nur die ca. 1600 “normalen” Demonstranten friedlich blieben. Da ich unter den im Bericht meiner Meinung nach fälschlicherweise als “Autonome” betitelten Demonstrierenden war kann ich sagen, dass diese in keiner Weise die eingesetzten Polizeibeamten “attackiert” haben.
    Ihr Plan war es lediglich den einfahrenden NPD Bus, das sogenannte “Flaggschiff” daran zu hindern auf den Heinrich-Böll-Platz vorzudringen. Durch die von der Polizei um die vorerst im Sitzen demonstrierenden, teils bunten, teils schwarz gekleideten Personen errichtete Straßensperre war dies jedoch nie eine wirklich reelle Gefahr. Selbst die Polizisten waren außer einer Solchen ebenfalls durch eben erwähnte Straßensperren. Noch bevor der erste Demonstrant die Gitter erreicht hatte setzte die “angegriffene” Polizei auch schon Pfefferspray in horenden Mengen ein ohne zu beachten das unter den Opfern auch zehnjährige Kindern sein würden. Ich riet einem Vater mit seinem Sohn nach den Pfefferspray-Attacken dazu sich einige Meter weiter von der Polizei zu entfernen falls diese noch einmal Gebrauch ihrer Kartuschen machen würden. Einige Zeit später wurden schon die ersten Gegendemonstranten mithilfe mehrerer Einsatzkräfte der Polizei und deren Schlagstöcken zu Boden geschlagen und wegen “Widerstands gegen die Staatsgewalt” festgenommen.
    Ich finde es unmöglich das ein Verhindern des weiterfahrens des NPD-Busses direkt mit solch aggressiven Repressionen geahndet wird, zumal keiner der Aktivisten Grund zu solchen harten Mitteln gegeben hat! Trotzdem war die ganze Demonstration ein voller Erfolg, natürlich nicht zuletzt wegen der dauerhaft läutenden Kirchenglocken. Selbst wenn es seitens der NPD zu einer Anzeige und einer darauffolgenden Geldstrafe kommen sollte bin ich mir sicher das der Kirchenvorstand diese nicht aus eigener Tasche bezahlen muss. Jeder der rund 2000 Teilnehmer wird einen Euro geben können um sich hier ein weiteres Mal solidarisch zu zeigen.

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