Raubkatzen können mehrere hundert Kilo schwer werden, sie sind schnell, ihr Gebiss durchtrennt mühelos rohes Fleisch: Auch, wenn wir Raubkatzen für ihre Schönheit bewundern, müssen wir bedenken, dass sie selbst in Jahren der Gefangenschaft kaum zahmer werden.
(Bild: Sandro Frei / pixelio.de)
In einem Kölner Zoo hat sich das schlimmste abgespielt, was im Gehege passieren kann: Eine 43 Jahre alte Pflegerin wurde von einem Tiger tot gebissen – die Frau hatte vergessen, ein Gitter zu schließen, der Tiger hatte sie von hinten angefallen. Der Direktor des Zoos erschoss den Tiger.
Für viele Tierschützer ist der tragische Vorfall Bestätigung für das, was sie schon lange sagen: Auch in Gefangenschaft werden aus Raub- keine Schmusekatzen. Die Tiere seien nicht nur unberechenbar, ihre Haltung in Zoos und Zirkus sei nicht artgerecht. Befürworter der Haltung auch hinter Gittern argumentieren, dass in Gefangenschaft viel für Nachzucht und damit Artenschutz getan wird – und dass nur durch die Nähe zu den schönen Raubkatzen klar werde, wie schützenswert die Tiere seien.
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Laut Tierschutzorganisationen und Wissenschaftlern kann bei nicht artgerechter Haltung von Raubkatzen (zu kleines Gehege, keinerlei Abwechslung, Einzelhaltung von Rudeltieren,…) schnell abnormales Verhalten beobachtet werden. Das weist darauf hin, das es dem Tier nicht gut geht. Dazu gehören zum Beispiel stumpfsinniges Hin- und Herlaufen oder andauerndes Kopfzucken. Allerdings: Da zum Beispiel Löwen nachtaktive Tiere sind, zeugen vor sich hindösende Löwen nicht unbedingt von „Trübsal“. Außerdem haben viel Halter erkannt, wie sie den Tieren das Leben in Gefangenschaft einfacher machen und legen diese Maßnahmen auch für ihre Besucher offen. Wichtig: Zwar ist das auffälligste Verhalten von Raubkatzen in Gefangenschaft, dass sie sich an die Anwesenheit von Menschen gewöhnt haben – je höher allerdings die Frustration des Tieres liegt, umso eher kann es auch zu einem Ausbruch plötzlicher Aggression kommen.