Im WorldWideWeb ist die Welt noch in Ordnung. Mit strahlend blauen Augen und blondem Haar verführt die Schutzpatronin Bayerns, Bavaria, den Online-Spieler zu einer Entdeckungsreise durchs Bayerland. Im Auftrag der Staatskanzlei heißt es, die Tugenden des Freistaats zu erkunden. Auf geht‘s zum Schutz der Familie, zu Bildung und Fortschritt. Spielerisch geht‘s weiter zu voralpiner Hügellandschaft, Löwen und Gipfelfahnen. Belohnt wird die Odyssee mit einem Eintrag in die „ewige Liste der Heldinnen und Helden Bayerns“.
Wie der Spiegel berichtet, soll das Spiel auch auf Messen oder Festen eingesetzt werden, um Besucher für den Freistaat zu begeistern. Ein paar Klicks sollen dem Bürger zeigen, wie erfolgreich das Land im Süden ist und für welche Werte es steht. Die Idee ist ja eigentlich nicht schlecht. Junge Bürger sollen dort abgeholt werden, wo sie sich am meisten herumtreiben – im Internet. Bislang ist das rund 100.000 Euro teure Projekt aber eher von Spott und Hohn verfolgt, als Anerkennung zu ernten. Keinem bayerischen Patrioten will das Klischee-Spiel so recht gefallen. Den Zuschlag für die Umsetzung bekam übrigens eine Firma aus Köln…



