Immer wieder hören wir erstaunliche Berichte aus den USA. Dort zahlen sich Klagen um Schadensersatz scheinbar richtig aus. Am bekanntesten ist wohl der Fall von Stella Liebeck, die sich mit heißem Kaffee übergoss und das Fast Food Lokal daraufhin um 600.000 Dollar erleichterte.

VIDEO ► : OP am falschen Knie – kein Einzelfall
Wir haben gestern über einen Prozess-Start in München berichtet. Vor dem Landgericht klagt die Paralympic-Athletin Birgit Kober um einen Schadensersatz von 220.000 Euro – denn vor 4 Jahren unterlief einer Krankenschwester im Klinikum rechts der Isar auf der Intensivstation ein schwerer Fehler. Weil Koller unter einem epileptischen Anfall litt, verschrieb sie ihr ein Medikament – versehentlich aber die 25-fache Dosis. Seitdem hat Kober massive Bewegungs- und Koordinationsstörungen und sitzt im Rollstuhl.
Ein Gutachter hat allerdings gestern vor Gericht Kobers Hoffnung angegriffen: Kobers Leiden sei nicht direkt auf die Überdosis zurückzuführen. Stattdessen empfiehlt er eine Verhaltenstherapie. “Ich fühle mich, als würde er mir eine Ohrfeige geben”, sagte Kober dazu. Bisher hat das Krankenhaus ihr 30.000 Euro Entschädigung überwiesen – ein relativ kleine Summe, wenn man bedenkt, dass Kober nach dem Klinikbesuch Studium und Beruf an den Nagel hängen musste, sich heute nicht einmal Nudeln kochen kann.



