Wer jetzt tagsüber einen Igel sieht, der sollte aufmerken: Ein Igel sonnt sich nicht, ein Igel der tagsüber aktiv ist, muss häufig in Obhut genommen werden. Wenn Sie jetzt einen Igel finden, der deutlich unter 500 Gramm wiegt, sollten Sie das Tier in Ihre Obhut nehmen. Die Alternative für den stachligen Gefährten wäre sonst Erfrieren, er braucht sein dickes Winterfett um den Winterschlaf zu überstehen. Im Laufe des Winters verliert er nämlich gut ein Drittel seines Körpergewichts. Im Zweifel hilft der Tierarzt oder eine Igelstation, wie die von Verena Wendt in Oberbayern.
Seit acht Jahren päppelt Verena Wendt kranke Igel auf. Tägliche Gewichtskontrolle ist für jeden Igel Pflicht. Momentan päppelt sie 20 Igel vor allem mit Katzenfutter auf. Im Frühjahr wird sie die Kleinen wieder in die Natur entlassen.
Auf Ihrer Homepage www.igelstation-weilheim.de gibt Verena Wendt ausführlich tolle Tipps, was bei der Igel-Hilfe zu beachten ist. Hier lesen Sie einen Auszug, der Ihnen sagt, wann ein Igel Unterstützung braucht:
Kriterien für die Hilfsbedürftigkeit:
1. Verletzte Igel oder solche, die womöglich tagelang ohne Futter und Wasser in Lichtschächten, leeren Schwimmbecken oder ähnlichem gefangen waren.
2. Kranke Igel. Man erkennt sie meist daran, dass sie tagsüber herumlaufen, torkeln oder liegen. Sie sind oft apathisch, kühl, rollen sich kaum ein, sind häufig mager. Hinter dem Kopf sieht man eine Einbuchtung, Schultern und Hüftknochen bilden sich deutlich ab. Die Augen sind nicht rund, sondern schlitzförmig und eingefallen. Tagesaktivität ist beim Nachttier Igel immer ein Alarmzeichen. Eine Ausnahme bilden allerdings aufgestörte Igel. Zerstört man z.B. bei Gartenarbeiten ein Igelnest, sucht sich auch ein gesundes Tier tagsüber einen neuen Unterschlupf.
3. Verwaiste Igelsäuglinge, die sich tagsüber außerhalb des Nestes aufhalten, geschlossene Augen und Ohren haben und evtl. unterkühlt sind (frühestens ab Juni/Juli, meist im August und September).
4. Jungigel, die Anfang November deutlich weniger wiegen als 500 g und am Fundort nicht gefüttert werden können.
5. Igel, die nach Wintereinbruch, d.h. bei Dauerfrost und/oder Schnee herumlaufen.
6. Igel, die durch Hunde aus Ihrem Winterschlafnest ausgegraben wurden.







