Die Cranachs

Maler der Reformation

Seinen Zeitgenossen galt Lucas Cranach der Ältere neben Dürer als der bedeutendste Maler seiner Zeit. Viele waren ganz begierig darauf, einen Cranach zu besitzen – ob Cranach der Ältere oder Cranach der Jün­gere interessierte damals nicht, als Qualitätsmerkmal genügte das Wappen der Cranachs, die geflügelte Schlange.

Die Cranachs (Foto: SAT.1 BAYERN)

 Bild: SAT.1 BAYERN,

Seinen Zeitgenossen galt Lucas Cranach der Ältere neben Dürer als der bedeutendste Maler seiner Zeit. Viele waren ganz begierig darauf, einen Cranach zu besitzen – ob Cranach der Ältere oder Cranach der Jün­gere interessierte damals nicht, als Qualitätsmerkmal genügte das Wappen der Cranachs, die geflügelte Schlange.

Vom einfachen Malerhandwerker zum einem der begehrtesten Künstler und reichsten Unternehmer – eine Erfolgsgeschichte des Spätmittelalters. Lucas Cranach wurde 1472 als Sohn des Malers Hans Maler im bayerischen Kronach geboren, nach seiner ersten Ausbildungszeit in seiner Heimatstadt verliert sich seine Spur. 1501 taucht er in Wien auf und malt so gut, dass Kurfürst Friedrich der Weise, nachdem ihm Albrecht Dürer, das Malergenie jener Zeit, eine Absage erteilte, den völlig unbekannten Lucas Cranach zu seinem Hofmaler ernennt. Ab da geht es nur noch bergauf.

Für Daniel Hess, stellvertretender Generaldirektor des Germanischen Nationalmuseums und Leiter der Ge­mäldesammlung bis 1800, ist Cranach ein Phänomen: „Er perfektioniert ein spätmittelalterliches Werk­stattsystem, wo ganz viele Menschen ein Markenprodukt, nämlich die Gemälde unter der Schlange produ­zieren.“

Er kommt aus dem Nichts sofort in größte Auftraggeberkreise, wird in höchste Höhen gelobt und be­kommt als erster Künstler nördlich der Alpen von Friedrich dem Weisen, ein Wappen verliehen, das er sich selber gestaltet: die geflügelte Schlange.

Den Cranachs gelingt es, sowohl den sächsischen Kurfürsten durch ihre Gemälde zu repräsentativem Ruhm zu verhelfen als auch als Maler der Reformation nicht nur das Bild Luthers und der anderen Refor­matoren nachhaltig zu prägen, sondern auch deren komplexes religiöses Gedankengebäude zu visualisie­ren. Prof. Dr. Ark Nitsche, Regionalbischof des Kirchenkreises Nürnberg ist sich sicher: „Ohne Bilder, ohne Visualisierung wäre die Reformation sicher nicht sehr erfolgreich gewesen, da kann man noch so wirk­mächtig predigen.“

Die Cranachs wurden in späteren Jahrhunderten aber auch unterschätzt, weil sie ein Motiv nicht einmal, sondern etwa 25mal malten, sie malten in Serie. Gerade diese serielle Produktion ist, so Prof. Walch, selbst Künstler und Publizist, aber etwas ganz modernes.

Filmemacherin Monika Manoutschehri begibt sich auf Spurensuche. Sie besucht unter anderem Kronach, den Geburtsort von Cranach dem Älteren, und Wittenberg, die langjährige Wirkungsstätte von sowohl Cra­nach dem Älteren als auch dem Jüngeren. Weitere Stationen sind Coburg, das sich rühmen kann, in seiner Landesbibliothek ein Septembertestament, die erste Bibelübersetzung von Martin Luther, zu besitzen, und das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg. Sie trifft u.a. Dr. Daniel Hess, Prof. Dr. Ark Nitsche und den Direktor der Luthergedenkstätten in Wittenberg, Dr. Stefan Rhein.

Ein Film von Monika Manoutschehri // Evangelisches Fernsehen (efs)

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 14.11.2015 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN,

Kommentare

Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

*