Wählercheck: Ansehens-Absturz für Merkel & Bundesregierung

Überwiegend Zufriedenheit mit Staatsregierung und Seehofer

Beim aktuellen SAT.1 BAYERN Wählercheck bekäme die CSU mit 47 Prozent noch die absolute Mehrheit. Die Zahlen der AfD zeigen sich rückläufig.

 Bild: SAT.1 BAYERN,

Die CSU kann derzeit bei einer Landtagswahl weiter knapp mit der Absoluten Mehrheit der Sitze rechnen. Auch wenn es zu einem 6-Parteien-Landtag käme – nach der aktuellen „Sonntagsfrage“ würden sich 47  Prozent für die CSU entscheiden, 17 Prozent für die SPD, 11 Prozent für die Grünen und 6 Prozent für die Freien Wähler. Die AfD mit 7 Prozent und die FDP mit 5 Prozent würden ebenfalls in den Landtag einziehen. Sonstige: 7 Prozent (davon 2 Prozent Linkspartei).

160713_waehlercheck_gewinn_verlust

Zur Abweichung von einer anderen Bayern-Umfrage erklärt Dr. Helmut Jung vom Umfrage-Institut GMS folgendes:

„Nach den Ergebnissen der GMS und auch anderer Institute kann die CSU ihre absolute Mandatsmehrheit in Bayern auch während der Flüchtlingskrise weiter behaupten. Einzig eine Forsa-Untersuchung vom Mai/Juni 2016 attestiert der CSU mit 40 Prozent statt 47 Prozent bis 48 Prozent starke Einbußen als Reaktion auf deren Flüchtlingspolitik. Dieses stark abweichende Ergebnis im Vergleich mit allen anderen Untersuchungen ist weder mit den bei Umfragen unvermeidlichen statistischen Schwankungsbreiten noch mit anderen methodischen Aspekten zu erklären. Gegen den Realitätsgehalt der Forsa-Untersuchung spricht auch die Tatsache, dass sich gleichzeitig in den für Sat.1 Bayern durchgeführten Umfragen wiederholt klare Mehrheiten der Bayern in der Flüchtlingspolitik mit den restriktiveren Positionen der CSU und Horst Seehofers identifizierten“.

Die für die CSU insgesamt eher günstige Stimmung findet ihre Bestätigung auch bei einer Frage nach der Zufriedenheit mit der Staatsregierung und Seehofer: Auf die Frage: „Sagen Sie mir jetzt, wie zufrieden Sie mit der Arbeit der Bayerischen Staatsregierung sind“ erklärten sich 58 Prozent für zufrieden, 37 Prozent für unzufrieden und 5 Prozent gaben keine Antwort:

160714_Waehler_Check_Bayern_Infografik_Frage4_Staatsregierung

Im November 2015, als die Frage zuletzt gestellt wurde, waren allerdings noch 66 Prozent zufrieden und 32 Prozent unzufrieden.

Zufrieden ist die Mehrheit gerade auch mit der Arbeit von Ministerpräsident Horst Seehofer: 66 Prozent sind zufrieden, 31 Prozent unzufrieden und 3 Prozent machten keine Angaben:

160714_Waehler_Check_Bayern_Infografik_Frage5_Seehofer

Im November 2015 waren noch 75 Prozent zufrieden und 24 Prozent unzufrieden. Derzeit sind von den CSU-Anhängern 88 Prozent zufrieden und selbst bei der SPD noch 36 Prozent.

Auf weniger Zustimmung stößt die Bundesregierung, die Werte sacken weiter ab: hier sind nur noch 48 Prozent zufrieden, 48 Prozent unzufrieden (4 Prozent keine Angaben):

160714_Waehler_Check_Bayern_Infografik_Frage6_Bundesreigerung

Im November 2015 waren immerhin noch 57 Prozent zufrieden, nur 40 Prozent unzufrieden.

Noch schlechter sieht es bei der Bewertung der Arbeit von Bundeskanzlerin Angela Merkel aus: nur 46 Prozent zufrieden, 49 Prozent unzufrieden und 5 Prozent machten keine Angaben:

160714_Waehler_Check_Bayern_Infografik_Frage7_Merkel

Im November 2015 waren noch 54 Prozent zufrieden und 45 Prozent unzufrieden.

Bemerkenswert ist das schlechte Ansehen der Kanzlerin bei den CSU-Anhängern: Nur 55 Prozent sind zufrieden aber 40 Prozent unzufrieden:

160714_Waehler_Check_Bayern_Infografik_Frage7_Merkel_CSU

Die Umfrage wurde vom Hamburger Umfrage-Institut GMS im Auftrag von „SAT.1 Bayern“ durchgeführt.
Es handelt sich um eine repräsentative Telefonbefragung mit 1015 Befragten im Befragungszeitraum 08. bis 13. Juli 2016.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 14.07.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN,

Kommentare

Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

*

2 Kommentare

  1. SigismundRuestig schreibt:

    Ist die heutige Politikerkaste nur unwillig oder auch unfähig?
    Diese Frage muss sie sich gefallen lassen insbesondere auch vor dem Hintergrund des Brexit-Desasters als auch in Anbetracht der verfehlten Flüchtlingspolitik.
    Manche Politiker gehen sogar soweit, die Zivilgesellschaft mit in die Haftung für die von Rechts – in Anbetracht des Schlammassels – bedrohte Demokratie zu nehmen.
    Nein, verehrte Politikerkaste! Diesen Schuh lassen wir uns so nicht anziehen! Und wir erlauben Euch auch nicht, angeblich im Namen der großen Mehrheit der Bevölkerung sprechen zu wollen!
    Ihr habt es doch versäumt, rechtzeitig geeignete Verfahren und Infrastrukturen sowohl für die europäischen Entscheidungsprozesse als auch für die seit langem absehbaren Flüchtlingsströme aufzubauen! Ihr habt es doch versäumt, die europäische Idee von einem grenzenlosen Europa, das eben nicht nur eine Wirtschaftsgemeinschaft ist, sowohl durch konkrete Maßnahmen als auch durch Einstimmung der Bevölkerung zu verfestigen. Ihr habt es doch versäumt, die Bevölkerung bei den notwendigen Maßnahmen zur Aufnahme und Integration der Flüchtlinge mitzunehmen, ihren berechtigten Vorbehalten und Ängsten entgegenzutreten! Ihr habt es doch versäumt, die Gesetzes- und Vollzugsverschärfungen, die ihr populistisch insbesondere nach entsprechenden spektakulären Vorfällen immer wieder hinausposaunt habt, für die rassistischen Flüchtlingsheim-Brandstifter, für die Flüchtlingsbanden, die sich nicht an unsere Gesetze halten, für die Terroristen längst herbeizuführen!
    Hat die Politik etwa Garantien für die einheimische Bevölkerung ausgesprochen, dass Flüchtlinge oder einwandernde Europäer keine Arbeitsplätze, keine Wohnungen, keine Ausbildungsplätze wegnehmen? Im Gegenteil: großes Aufheulen, insbesondere bei der Union, in Anbetracht des längst überfälligen Solidarprojekt-Vorschlags von Gabriel! Da ist es überaus unehrlich, wenn z.B. Frau Merkel auf die „vielen Wohltaten“ in der Koalitionsvereinbarung hinweist, da doch zum Zeitpunkt dieser Vereinbarung insbesondere die Flüchtlingskrise in diesem Ausmaß noch gar nicht auf dem Radar der Politik war.
    Aber ihr Politiker wart ja nicht untätig. Ihr habt keine Woche, keinen Tag verstreichen lassen, untereinander unabgestimmte, untaugliche, unmenschliche, nicht konsensfähige, mehr dem Populismus geschuldete Vorschläge hinauszuposaunen, euch gegenseitig größte Fehler, Staatsversagen, Verfassungs- und Gesetzesbrüche, Verzögerung, Blockade, Erbarmungswürdigkeit, Schnapsideen, Panikmache … um die Ohren zu hauen (ich verzichte auf die Nennung derer, die sich durch ihre permanenten medialen Absonderungen hier besonders hervorgetan haben, da sie hinsichtlich ihrer Niveaulosigkeit und/oder Dreistigkeit hinlänglich bekannt sind, ja sein wollen). Schon gar nicht habt ihr den Versuch unternommen, einen gesellschaftlichen Konsens über die anstehenden Herausforderungen herbeizuführen. Kein Wunder, dass sich Teile der Bevölkerung verwundert, angewiedert, angestachelt, aufgehetzt abwenden.
    Und jetzt habt ihr, nein schlimmer: haben wir, den Schlamassel einschließlich die Höckes, Erdogans, …!
    Noch ist es nicht zu spät. Aber welche dieser Politiknasen trauen sich und welchen trauen wir noch eine nötige Umsteuerung und einen derartigen Kraftakt zu?
    Fangt doch einfach mal an! Rauft euch zusammen! Erklärt unisono, dass Vorgänge wie z.B. in Sachsen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Wirken der AfD, der PEGIDA stehen, nehmt der einheimischen Bevölkerung ihre materiellen und existentiellen Ängste und stellt eure sonstigen gegenseitigen Vorwürfe ein! Übernehmt nicht weiter die Sprache der Rechtspopulisten! Versucht nicht, diese zu übertrumpfen!
    Oder habt ihr schon die Errungenschaften der vorherigen Politikerkaste (die übrigens zu Recht in unsere Geschichte eingegangen sind) abgeschrieben, wie insbesondere unser Grundgesetz, unser grenzenloses Europa? Dann Schande über Euch!

    „Der Bundestag glaubt noch​
    Volksrepräsentant zu sein.
    Tatsächlich sind Nichtwähler bald die größte der Parteien.“

    http://youtu.be/QGOx8I0COYg
    Viel Spaß beim Anhören!

  2. Schullehrabua schreibt:

    Das Prognos-Institut sieht laut Internet die Bayernpartei (BP) unter den „Sonstigen“ bei 4% und die ÖDP bei 2%. Wird bei den von SAT 1 in Auftrag gegebenen Umfragen nur nach „Sonstigen“ im Allgemeinen gefragt oder nach der BP, ÖDP etc. getrennt?
    4% währen da schon mal erwähnenswert, da die 5%-Hürde m.E. in Reichweite steht.