Wählercheck: CSU keine Mehrheit mehr im Landtag

Aktuelle Bayern-Umfrage im Auftrag von SAT.1 BAYERN

In der aktuellen Umfrage von SAT.1 BAYERN sinkt die CSU auf 44 Prozent und hätte damit keine Mehrheit mehr im Landtag. Die Partei-Anhänger sind gegen eine Trennung von CSU-Vorsitz und Amt des Ministerpräsidenten. 51 Prozent der CSU- Wähler halten ihre Partei für uneinig. Sie wünschen sich Söder als Parteichef.

Wählercheck: CSU keine Mehrheit mehr im Landtag (Foto: SAT.1 BAYERN)

 Bild: SAT.1 BAYERN,

Bei einer Landtagswahl verliert die CSU die absolute Mehrheit der Sitze: Nach der aktuellen Umfrage würden sich derzeit 44 Prozent der Wähler für die CSU entscheiden, 18 Prozent für die SPD, 10 Prozent für die Grünen und 6 Prozent für die Freien Wähler. Die AfD mit 9 Prozent und die FDP mit 6 Prozent würden ebenfalls in den Landtag einziehen. Sonstige: 7 Prozent (davon 2 Prozent Linkspartei):

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Eine Alleinregierung der CSU wünschen sich nur 30 Prozent der Bayern. 39 Prozent sind für eine CSU-geführte Koalition, 23 Prozent für eine Koalition ohne CSU-Beteiligung und 8 Prozent machten keine Angaben:

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Bei den CSU-Wählern sind 83 Prozent für eine Alleinregierung der CSU, aber immerhin 16 Prozent für eine CSU-geführte Koalitionsregierung:

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Für die derzeit von Horst Seehofer propagierte  Ämtertrennung von CSU-Chef und Ministerpräsident ist nur eine Minderheit der CSU-Wähler. Auf die Frage: „Sollte Horst Seehofer beide Positionen weiterhin behalten, um einen größtmöglichen Einfluß auf die Politik der Bundesregierung nehmen zu können oder sollte es besser die geplante Ämtertrennung geben?“ sagten die CSU-Wähler zu 51 Prozent, Seehofer sollte beide Positionen behalten. 36 Prozent sind für Ämtertrennung, 13 Prozent machten keine Angaben. Auch bei der bayerischen Gesamtbevölkerung sind 33 Prozent gegen die Ämtertrennung, 49 Prozent sind dafür und 18 Prozent machten keine Angaben:

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Die Argumentation von Horst Seehofer, eine Trennung von CSU-Vorsitz und Ministerpräsidentenamt könne den CSU-Einfluss in Berlin stärken, überzeugt offenbar viele Wähler in Bayern nicht: Auf die Frage: „Was meinen Sie, wäre die von Seehofer und der CSU in den letzten Monaten bewirkte Kursänderung in der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung überhaupt möglich gewesen, wenn Seehofer nur Parteivorsitzender gewesen und in die Kabinettsdisziplin eingebunden gewesen wäre?“ sagten 24 Prozent, die Kursänderung wäre auch bei Ämtertrennung möglich gewesen, 33 Prozent meinen, die Kursänderung wäre nicht möglich gewesen und 19 Prozent sagen, es gab keine Kursänderung. 24 Prozent machten keine Angaben:

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Ganz ähnlich das Bild bei den CSU-Wählern: 25 Prozent Kursänderung auch bei Ämtertrennung, 31 Prozent Kursänderung wäre nicht möglich gewesen, 19 Prozent sehen gar keine Kursänderung, 25 Prozent k.A.

Möglicherweise auch wegen dieser Diskussion macht die CSU derzeit keinen geschlossenen Eindruck. Auf die Frage: „Wenn Sie jetzt einmal nur an die CSU denken: Wie geschlossen ist aus Ihrer Sicht derzeit die CSU in wichtigen Fragen? Ist die CSU Ihrer Meinung nach derzeit eher geschlossen oder eher uneinig?“ antworteten 53 Prozent mit geschlossen, aber 42 Prozent mit uneinig und 5 Prozent machten keine Angaben:

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Dramatische Entwicklung: Bei den eigenen Wählern sind die Werte sogar noch schlechter! Von den CSU-Anhängern halten sogar 51 Prozent ihre Partei für uneinig, nur 45 Prozent für geschlossen:

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Die CSU-Wähler wünschen sich mehrheitlich Markus Söder als künftigen CSU-Chef. Auf die Frage: „Wer käme als Nachfolger Seehofers für den Parteivorsitz am ehesten in Betracht?“ kommt Söder in der aktuellen Bayern-Umfrage auf 40 Prozent. Für Ilse Aigner entscheiden sich 13 Prozent, für Joachim Herrmann 6 Prozent, für Alexander Dobrindt 3 Prozent, für Manfred Weber 1 Prozent und für andere CSU-Politiker (die Frage wurde ohne Namensvorgabe gestellt) 2 Prozent.  Insgesamt 32 Prozent machten keine Angaben:

161103_waehler_check_bayern_infografik_4a_csu_vorsitzender_csuwaehler-2Auch im Rennen um das Amt des Ministerpräsidenten liegt Söder vorne, wenn auch weniger klar. Auf die Frage: „Welcher CSU-Politiker ist aus Ihrer Sicht für die Nachfolge von Horst Seehofer als Ministerpräsident am ehesten geeignet“ sagten von den CSU-Wählern 34 Prozent Söder, 20 Prozent Aigner, 9 Prozent Herrmann, 0 Prozent Weber, 1 Prozent Dobrindt, und 36 Prozent machten keine Angaben:
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Bei der Gesamtbevölkerung lautet das Ergebnis 28 Prozent Söder, 17 Prozent Aigner, 8 Prozent Herrmann, 1 Prozent Weber, 1 Prozent Dobrindt und 45 Prozent machten keine Angaben:

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Die Umfrage wurde vom Hamburger Umfrage-Institut GMS im Auftrag von „SAT.1 Bayern“ durchgeführt.
Es handelt sich um eine repräsentative Telefonbefragung mit 1005 Befragten im Befragungszeitraum 27. Oktober bis 2. November 2016.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 03.11.2016 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN,

Kommentare

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2 Kommentare

  1. Andreas Zimmer schreibt:

    Liebe SAT1 Redaktion, Sie haben wieder mal eine Partei vergessen! Sie führen wieder mal die Bayernpartei nicht auf, Ich bitte Sie dies bei der nächsten Umfrage zu berücksichtigen.

  2. Miiich schreibt:

    @Andreas Zimmer:
    Sie haben meine vollste Zustimmung, Herr Zimmer. Die BP und auch die ÖDP hatten einen genauso hohen Stimmenanteil woe die Linke. Die BP wird totgeschwiegen, obwohl oder gerade weil sie ihren Stimmenanteil im Vergleich zu 2008 nahezu verdoppeln konnte. Denn sie vertritt klar eine Politik für Bayern, und sein Staatsbewußtsein. Sie fordert mehr Kompetenzen für die nach 1946 verbliebenen 3 bayrischen Rgionen (Franken, Schwaben und Altbayern) und den Erhalt deren jeweiliger Kultur und Sprache. Es würde mich schon sehr interessieren, ob sich dieser Trend weiter fortsetzt, zumal die Politik der CSU, freundlich formuliert, fast nur noch Berlin-Orientiert ist und Bayern für die Partei nur noch kurz vor der Landtagswahl verbal thematisiert wird. Immer mehr CSU-Anhänger sind darüber verärgert. Auch über die Informationspolitik der Partei. Zuletzt der als Bayernmilliarde gefeierte Scheinerfolg beim Länderfinanzausgleich, der Bayern nicht mehr Geld belässt sondern den Abfluss von Steuergeldern aus Bayern für ein weiteres Jahrzehnt zwmentiert (mit Anfangs 20% „Skonto“ dafür ohne jegliche Obergrenze). Und das Bayern weitere seiner nur noch wenigen Hoheitsrechte dafür endgültig an den Bund abtreten muss, der Bund sich künftig durch eine Grundgesetzänderung auch in die Kulturhoheit der Länder über die Co-Finanzierung von Schulen einmischen wird, wird als Kleinigkeit abgetan. Bayerns Restsouveränität so wird Stück für Stück für ein Butterbrot verscherbelt.
    Der ÖDP ergeht es ähnlich, denn weder die CSU noch die Grünen haben ein Interesse, dass ihnen diese Partei wertkonservative und trotzdem ökolgisch eingestellte Wähler abspenstig macht.