Polizistenmord: Gericht beauftragt Gutachter

Schmerzensgeldprozess in Augsburg

Im Schmerzensgeldprozess gegen die beiden Mörder des Augsburger Polizisten Mathias Vieth hat das Landgericht Augsburg die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens angeordnet. Dadurch wird das Zivilverfahren voraussichtlich ein halbes Jahr oder länger unterbrochen. Ein neuer Verhandlungstermin wurde noch nicht festgelegt.

Polizistenmord: Gericht beauftragt Gutachter (Foto: dpa)

 Bild: dpa,

Im Schmerzensgeldprozess gegen die beiden Mörder des Augsburger Polizisten Mathias Vieth hat das Landgericht Augsburg die Erstellung eines psychiatrischen Gutachtens angeordnet. Die Streifenkollegin des vor mehr als fünf Jahren erschossenen Beamten hat die zwei rechtskräftig verurteilten Täter auf 40.000 Euro verklagt, weil sie durch die Schießerei im Augsburger Stadtwald bleibende psychische Beschwerden erlitten habe.

Der Richter erklärte am Mittwoch, dass ein leitender Arzt des Bezirkskrankenhauses Augsburg nun das Gutachten dazu erstellen soll. Dadurch wird das Zivilverfahren voraussichtlich ein halbes Jahr oder länger unterbrochen. Ein neuer Verhandlungstermin wurde noch nicht festgelegt.

Die Klägerin war bei der Schießerei leicht verletzt worden. In dem Verfahren hatte sie geschildert, dass sie noch immer an einem Knalltrauma und Panikattacken leide. Nach der Tat war sie mehrfach für längere Zeit krankgeschrieben, inzwischen arbeitet die 35-Jährige wieder im Innendienst der Polizei.

Die jeweils zu lebenslanger Haft verurteilten Mörder – ein Brüderpaar – lehnen die Forderung ab. Sie bestreiten nach wie vor, auf Vieth und dessen Kollegin geschossen zu haben. Die Brüder hatten sich nach den Urteilen in den zwei Strafverfahren in einer Herbstnacht 2011 mit den Polizisten eine wilde Verfolgungsjagd geliefert. Die Beamten hatten die Männer offenbar bei der Vorbereitung eines Raubüberfalls überrascht. Im Wald schossen die Täter dann mit Schnellfeuergewehren auf die Polizisten, der 41-jährige Vieth starb im Kugelhagel.

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 11.01.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Bild-Quellen: dpa,

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