Wählercheck: CSU-Anhänger in vielen Fragen zerrissen

Aktuelle Bayern-Umfrage im Auftrag von SAT.1 BAYERN

Die CSU-Anhänger sind in vielen Punkten uneins: 39 Prozent sind gegen Kanzlerkandidatin Merkel, 43 Prozent sind dafür, dass Seehofer in seinen beiden Ämtern weitermacht. Als nächsten CSU-Chef wollen 38 Prozent Söder und 33 Prozent Herrmann. Und 59 Prozent wollen ohne Obergrenze eine CSU in der Opposition. 44 Prozent der Bayern halten einen Schulz-Sieg für möglich.

Wählercheck: CSU-Anhänger in vielen Fragen zerrissen (Foto: SAT.1 BAYERN)

 Bild: SAT.1 BAYERN,

Der „Schulz-Effekt“ führt auch in Bayern zu deutlichen Bewegungen bei den Wahlabsichten: Wäre am Sonntag Bundestagswahl, würden die Bayern wie folgt wählen: 44 Prozent CSU, 20 Prozent SPD, 10 Prozent Grüne, 10 Prozent AfD, 6 Prozent FDP, 4 Prozent Linke, 3 Prozent Freie Wähler, 3 Prozent Sonstige:

Eine starke Minderheit in Bayern glaubt sogar, dass Schulz Kanzler werden kann. Auf die Frage: „Martin Schulz hat angekündigt, die SPD wieder zur stärksten Partei machen und eine Koalition als Kanzler anführen zu wollen. Kann Schulz das schaffen oder nicht?“ sagten 44 Prozent, er könne es schaffen, 52 Prozent sagten nein und 4 Prozent sagten „weiß nicht“. Selbst 33 Prozent der CSU-Wähler halten eine Schulz-Sieg für möglich:

Keineswegs unumstritten ist der CSU-Beschluss pro Kandidatur Merkel, auch bei den CSU-Wählern. Auf die Frage: „Begrüßen Sie den Beschluss der CSU zugunsten von Angela Merkel als gemeinsamer Kanzlerkandidatin oder nicht?“ begrüßten 50 Prozent den Beschluss, 48 Prozent waren dagegen und 2 Prozent sagten „weiß nicht“:

Bei den CSU-Wählern waren 59 Prozent dafür, 39 Prozent dagegen und 2 Prozent weiß nicht:

Die CSU-Drohung, ohne „Obergrenze“ nach der Wahl in die Opposition zu gehen, wird von der Mehrheit unterstützt. Auf die Frage: „Soll die CSU bei einer Regierungsbeteiligung auf einer Flüchtlings-Obergrenze beharren und sonst in die Opposition gehen?“ sagten 56 Prozent ja, 40 Prozent sagten, die CSU solle nicht darauf beharren und 4 Prozent sagten weiß nicht:

CSU-Anhänger: 59 Prozent Opposition, 37 Prozent nicht beharren und 4 Prozent weiß nicht:

Die Bayern sind unschlüssig, wenn es um die Zukunft von Horst Seehofer geht. Auf die Frage: „Wegen der politischen Lage und der Meinungsunterschiede zwischen CDU und CSU gibt es die Forderung, dass Horst Seehofer erst einmal sowohl als Parteivorsitzender wie auch als Ministerpräsident weitermachen soll. Was meinen Sie? Sollte Horst Seehofer erst einmal in beiden Ämtern weitermachen oder sollte er das nicht?“ sagten 38 Prozent „in beiden Ämtern weitermachen“, 36 Prozent sind dagegen, 21 Prozent sagten, er solle am besten ganz aufhören und 5 Prozent sagten weiß nicht:

Auch bei den CSU-Wählern ist die Lage unklar: 43 Prozent weitermachen, 36 Prozent nicht weitermachen, 17 Prozent ganz aufhören und 4 Prozent weiß nicht:

Bei der Frage nach dem künftigen CSU-Chef hat Markus Söder weiter die Nase vorn. Auf die Frage: „Als Nachfolger von CSU-Chef Horst Seehofer werden in letzter Zeit Joachim Herrmann und Markus Söder besonders häufig genannt. Wer käme für das Amt des Parteivorsitzenden für Sie am ehesten in Betracht: Markus Söder oder Joachim Herrmann?“ sagten 41 Prozent Söder, 31 Prozent Herrmann, 19 Prozent wollen keinen von beiden, 5 Prozent einen anderen und weiß nicht sagen 4 Prozent:

Auch bei den CSU-Wählern Vorsprung Söder: 38 Prozent Söder, 33 Prozent Herrmann, 19 Prozent keiner, 5 Prozent ein anderer, 5 Prozent weiß nicht:

Weitere Detailaufschlüsselungen:

„Wenn am nächsten Sonntag Bundestagswahl wäre, welche Partei würden Sie mit der Zweitstimme wählen, die über die Stärke der Parteien im Bundestag und über die Bundesregierung entscheidet?“

„Ungeachtet der inhaltlichen Differenzen in der Flüchtlingspolitik zwischen CDU und CSU gibt es jetzt einen offiziellen Beschluss des CSU-Parteivorstandes, mit Angela Merkel als gemeinsamer Kanzlerkandidatin bei der kommenden Bundestagswahl anzutreten. Begrüßen Sie diesen Beschluss der CSU zu Gunsten von Angela Merkel als gemeinsamer Kanzlerkandidatin oder begrüßen Sie diesen Beschluss nicht?“ 

„Ein wesentlicher Streitpunkt zwischen CSU und CDU ist bei der Flüchtlingspolitik weiterhin die Einführung einer jährlichen Flüchtlings-Obergrenze. Soll die CSU bei einer erneuten Regierungsbeteiligung auf einer Flüchtlings-Obergrenze beharren oder sonst auf eine Regierungsbeteiligung verzichten und in die Opposition gehen oder soll sie das nicht?“ 

„Wegen der politischen Lage und der Meinungsunterschiede zwischen CDU und CSU gibt es die Forderung, dass Horst Seehofer erst einmal sowohl als Parteivorsitzender wie auch als Ministerpräsident weitermachen soll. Was meinen Sie? Sollte Horst Seehofer erst einmal in beiden Ämtern weitermachen oder sollte er das nicht?“ 

„Als Nachfolger von Horst Seehofer als CSU-Parteivorsitzender werden in letzter Zeit Joachim Herrmann und Markus Söder besonders häufig genannt. Wer käme als Nachfolger Seehofers für das Amt des Parteivorsitzenden für Sie am ehesten in Betracht: Markus Söder oder Joachim Herrmann?“ 

„Vor wenigen Tagen wurde Martin Schulz, bisher Präsident des Europaparlaments als neuer SPD-Vorsitzender und als Kanzlerkandidat für die Bundestagswahl 2017 vorgeschlagen. Martin Schulz hat angekündigt, die SPD wieder zur stärksten Partei machen und eine Regierungskoalition als Kanzler anführen zu wollen? Was meinen Sie: Kann Martin Schulz das schaffen oder kann er das nicht schaffen?“


Die Umfrage wurde vom Hamburger Umfrage-Institut GMS im Auftrag von „17:30 SAT.1 Bayern“ durchgeführt.
Es handelt sich um eine repräsentative Telefonbefragung mit 1030 Befragten im Befragungszeitraum 02. bis 08.02.2017

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 09.02.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN,

Kommentare

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4 Kommentare

  1. F. Ullrich schreibt:

    Hier zeigt der “ Freistaat“ wieder ganz deutlich, dass sie zwar in einer schönen Gegend wohnen, aber aus ihrem Dornröschenschlaf noch nicht erwacht sind . Der Vollhorst als Ministerpräsident ist untragbar geworden. Ganz Deutschland lacht über ihn und sein rumgeeiere . Keine klare Ansage an Merkel nur rumgeschleime, einfach widerlich ! Tauscht ihn aus, sonst werden die eigenen CSU Mitglieder die AfD wählen, Bestrebungen in diese Richtung gibt es schon !

  2. SigismundRuestig schreibt:

    Seehofer hat zur Entzauberung von Merkel wesentlich beigetragen!
    Vom Unfrieden und Unversöhnlichen zu Frieden und Versöhnung: im Zukunftsgipfel von CDU und CSU versenkt, sprich: grandios mißlungen!
    Wir erinnern uns an eineinhalbjährige CSU-Attacken gegen Merkel, die ihr Blauäugigkeit, schwere historische Fehler, falsche Signale, Spaltung der Gesellschaft, schlechtes Krisenmanagement, Herrschaft des Unrechts – nach Söder alles auch an der CDU-Basis mehrheitsfähig – vorgeworfen haben einschließlich der Androhung einer Verfassungsklage.
    Trotz allem kürt die CSU diese Merkel zur Kanzlerkandidatin, allerdings zur Kandidatin auf (Obergrenzen-)Abruf! Unglaubwürdig, ja, frech-dreist. Da hätte die CSU auch gleich Frauke Petry oder Sahra Wagenknecht auf ihr Schild heben können!
    Wie u.a. Lorenz Caffier, CDU-Vorsitzender Meck-Pom, treffend feststellte, spielte auch Herr Seehofer mit seinen Äußerungen den Gegnern von Demokratie und Rechtsstaat in die Hände. Es ist hanebüchen, wenn die unsägliche Julia Klöckner, CDU-Bundesvorstand, Herrn Schulz, und nicht Herrn Seehofer, auf ihre dummdreiste Art AfD-Sprech vorwirft. In dieser Hinsicht kann man Seehofer mit Fug und Recht sowohl als Steigbügelhalter für den AfD-Wahlerfolg als auch als geistigen Brandstifter in Anbetracht der rasant angestiegenen rechtsextremistischen und -rassistischen Exzesse bezeichnen.
    Seehofer laufen die Leute in Scharen davon. Er ist nicht einmal mehr in der Lage, seine eigene Nachfolge zu regeln, geschweige denn, einen fairen, menschlichen Politikstil zu pflegen.
    Mehr als Haarspalterei!
    https://youtu.be/9f-9ZGDPpUQ
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS:
    1. Welche der Vorwürfe gegen Merkel hat die CSU denn jetzt zurückgenommen? Liegt die angedrohte Verfassungsklage immer noch auf Eis?
    2. Warum hat wohl Merkel das ursprünglich als Versöhnungsgipfel geplante Treffen in Zukunftsgipfel umfirmieren lassen? Weil sie offensichtlich von ihrer Seite aus keinen Bedarf für eine Versöhnung sieht!

  3. SigismundRuestig schreibt:

    Vom Unfrieden und Unversöhnlichen zu Frieden und Versöhnung: im Zukunftsgipfel von CDU und CSU versenkt, sprich: grandios mißlungen!
    Wir erinnern uns an eineinhalbjährige CSU-Attacken gegen Merkel, die ihr Blauäugigkeit, schwere historische Fehler, falsche Signale, Spaltung der Gesellschaft, schlechtes Krisenmanagement, Herrschaft des Unrechts – nach Söder alles auch an der CDU-Basis mehrheitsfähig – vorgeworfen haben einschließlich der Androhung einer Verfassungsklage.
    Trotz allem kürt die CSU diese Merkel zur Kanzlerkandidatin, allerdings zur Kandidatin auf (Obergrenzen-)Abruf! Unglaubwürdig, ja, frech-dreist. Da hätte die CSU auch gleich Frauke Petry oder Sahra Wagenknecht auf ihr Schild heben können!
    Wie u.a. Lorenz Caffier, CDU-Vorsitzender Meck-Pom, treffend feststellte, spielte auch Herr Seehofer mit seinen Äußerungen den Gegnern von Demokratie und Rechtsstaat in die Hände. Es ist hanebüchen, wenn die unsägliche Julia Klöckner, CDU-Bundesvorstand, Herrn Schulz, und nicht Herrn Seehofer, auf ihre dummdreiste Art AfD-Sprech vorwirft. In dieser Hinsicht kann man Seehofer mit Fug und Recht sowohl als Steigbügelhalter für den AfD-Wahlerfolg als auch als geistigen Brandstifter in Anbetracht der rasant angestiegenen rechtsextremistischen und -rassistischen Exzesse bezeichnen.
    Seehofer laufen die Leute in Scharen davon. Er ist nicht einmal mehr in der Lage, seine eigene Nachfolge zu regeln, geschweige denn, einen fairen, menschlichen Politikstil zu pflegen.
    Mehr als Haarspalterei!
    https://youtu.be/9f-9ZGDPpUQ
    Viel Spaß beim Anhören!

    PS:
    1. Welche der Vorwürfe gegen Merkel hat die CSU denn jetzt zurückgenommen? Liegt die angedrohte Verfassungsklage immer noch auf Eis?
    2. Warum hat wohl Merkel das ursprünglich als Versöhnungsgipfel geplante Treffen in Zukunftsgipfel umfirmieren lassen? Weil sie offensichtlich von ihrer Seite aus keinen Bedarf für eine Versöhnung sieht!
    3. Wer in der CSU steht denn hinter dieser Entscheidung?

  4. Pöschlbauer schreibt:

    die Merklen muas afhean weis scho zfü Steiergöda ausa ghaut hot z.b. Schuiobrecher de i da 7 klass d Schui obrocha hom trotz Schulpflicht .wos i wö is dt CSU AfD oder NPD da mits ihr a möi oana sogt, wos lang geht.
    dt Merklen muas zruckdretn