Zwischenzeugnisse in Bayern

BLLV fordert Abschaffung der Schulnoten

Am Freitag steigt die Spannung für viele Schüler: In Bayern werden die Zwischenzeugnisse vergeben.

Zwischenzeugnisse in Bayern (Foto: SAT.1 BAYERN)

 Bild: SAT.1 BAYERN,

So mancher Schüler dürfte am Freitag mit einem flauen Gefühl im Magen nach Hause gegangen sein: Etwa eine Million Kinder und Jugendliche aus dem Freistaat haben ihre Zwischenzeugnisse bekommen. Laut Bildungsministerium haben die rund 100.000 Viertklässler sowie etwa 39.000 Abiturienten ihre Leistungsnachweise schon früher erhalten, damit sie viel Zeit für die Vorbereitung auf den Schulwechsel sowie die Abiturprüfungen haben.

Bildungsminister Ludwig Spaenle (CSU) wertet die Vergabe von Noten in Zwischenzeugnissen als Ansporn, „sich im zweiten Halbjahr engagiert und interessiert am Unterricht und Schulleben zu beteiligen“. Der Lehrerverband BLLV jedoch hatte die anstehenden Zwischenzeugnisse genutzt, um die Schulnoten infrage zu stellen.

„Was bringt einem Kind eine Fünf auf dem Zwischenzeugnis? Motivierend ist das nicht“, sagte die Verbandsvorsitzende Simone Fleischmann.

Dies sieht weitgehend auch der Landesschülerrat so: „Noten sollten nicht das einzige Maß sein, mit dem gemessen wird“, sagte der stellvertretende Landesschülersprecher Matthias Weigl. Allerdings lehnte die Schülervertretung eine vollständige Abschaffung von Noten ab. Vielmehr müsse das bayerische Notensystem modernisiert werden.

Familienministerin: „Bei schlechten Noten bleibt Zeit zum Aufholen!“

Bayerns Familienministerin Emilia Müller bittet im Vorfeld alle Eltern, die Noten richtig einzuordnen: „Ein Zwischenzeugnis zeigt, wo die Kinder leistungsmäßig stehen. Schlechte Noten sollten aber eher der Anlass sein, über Unterstützung nachzudenken als über Schuldzuweisungen.“

Wer nicht weiß, wie er mit der Halbzeit-Bilanz des Schuljahres umgehen soll, kann zahlreiche verschiedene Unterstützungsangebote wahrnehmen. Müller empfiehlt dazu einen Chat im Netz:

„Damit niemand auf der Suche nach Hilfe zu einer Beratungsstelle gehen muss, finanzieren wir mit weiteren Partnern zusammen die ‚Virtuelle Beratungsstelle der Bundeskonferenz für Erziehungsberatung‘. Erfahrene Fachkräfte stehen dort zur Verfügung, um Eltern, aber auch Schüler zu unterstützen und Fragen zu beantworten.“

Die „Virtuelle Beratungsstelle“ bietet Gruppen- und Themenchats an, aber auch Einzelgespräche. Die Beratung erfolgt anonym und ist kostenlos. Die genauen Angebote finden Sie HIER.

Hilfe und Unterstützung bieten aber auch die 96 bayerischen Jugendämter an oder Sorgenhotlines wie die „Nummer gegen Kummer“ des Deutschen Kinderschutzbundes:

  • 0800-1110333 (für Schüler)
  • 0800-1110550 (für Eltern)

Dieser Beitrag ist in der Sendung vom 17.02.2017 erschienen. Das zugehörige Video ist am Tag der Sendung ab ca. 19:00 verfügbar.

Zuletzt aktualisiert am . | Bild-Quellen: SAT.1 BAYERN,

Kommentare

Mit * gekennzeichnete Felder müssen ausgefüllt werden.

*